Beitrag 3 von 3 der Artikelserie: Die Puzzle-Methode
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Aufmerksamkeit ist nicht nur Anschauen, sondern die Bereitschaft des Hundes, etwas mit Ihnen gemeinsam zu machen.
Es ist eine Voraussetzung für Training, besonders wenn Ablenkungen ins Spiel kommen. Aufmerksamkeit können Sie nicht „einfordern“ – wenn Sie das versuchen,  empfindet Ihr Hund Sie nur als lästige Ablenkung bei dem, was er gerade macht.

Aufmerksamkeit ist ein Verhalten

img_0726 Aufmerksamkeit ist fast genau so ein Verhalten, wie „Sitz“ oder „Platz“. Im Gegensatz zu „Sitz“ und „Platz“ hat „Aufmerksamkeit“ aber keine bestimmte Körperhaltung.

Stellen Sie sich darunter vor, dass Ihr Hund Sie ansieht? Sie können sich doch auch etwas ansehen, aber mit den Gedanken ganz wo anders sein. Und Sie können völlig auf einen Vortrag oder ein Musikstück konzentrieren, ohne den Vortragenden anzusehen.

Für mich ist Aufmerksamkeit die Bereitschaft, etwas gemeinsam zu machen.

Catch it if you can

2013-09-30-11-32-59-2 Ansehen alleine ist es also nicht, aber es ist ein guter Startpunkt. Markieren und belohnen Sie zunächst jedes „Anschauen“, dass Ihnen Ihr Hund anbietet. Wenn er sich z.B. im Freilauf (oder vom Ende der Schleppleine aus) zu Ihnen umsieht, clicken Sie das an. Werfen Sie ihm ein tolles Leckerchen zu oder bieten Sie ihm ein Spiel an.

Loben Sie ihn verbal, falls er keine Leckerchen nimmt und nicht mit Ihnen spielen mag. Schicken Sie ihn „schnüffeln“, „laufen“ oder „buddeln“. Sie können Aufmerksamkeit mit diesen selbstbelohnenden Verhalten verstärken, indem Sie Signale dafür aufbauen.

Beginnen Sie in Situationen mit leichten Ablenkungen und steigern Sie dann schrittweise die Schwierigkeit.

Aufmerksamkeit shapen

img_0688 Wenn Sie „Ansehen“ als Verhalten einfangen, wird Ihr Hund beginnen, Sie immer öfter anzusehen. Jetzt können Sie beginnen, aus dem Ansehen Aufmerksamkeit zu shapen, indem Sie statt des Markersignals ein Signal für ein positiv aufgebautes Verhalten geben, je nach Situation z.B. ein „Sitz“, „Touch“, den Anker des Doppelten Rückrufs o.ä. Wählen Sie ein Verhalten, dass Ihr Hund in dieser Situation kann, dass er sehr gerne macht und das ausschließlich mit positiver Verstärkung verknüpft ist. Markern Sie dann die Ausführung, geben dann eine passende Belohnung und schicken den Hund dann mit einem „Frei“-Signal los.

Im nächsten Trainingsschritt fragen Sie dann ein zusätzliches Verhalten ab, bevor Sie ihn wieder in seine Hundewelt entlassen. Nach und nach können Sie dann die Aufmerksamkeitsdauer langsam ausdehnen.

Aufmerksamkeit ist anstrengend

Ihr Hund muss eine riesengroße Portion Impulskontrolle aufwenden, um ständig auf Sie zu achten. Machen Sie daher aus den Aufmerksamkeitsübungen keine Dauerbeschäftigung. Erarbeiten Sie sich ein Niveau, auf dem Sie durch Ansprache leicht die Aufmerksamkeit Ihres Hundes bekommen können. Aber shapen Sie sich bitte keinen „Anhimmelhund“, der seine Umwelt gar nicht mehr wahrnimmt!

Sagen Sie Ihrem Hund mit dem Umorientierungssignal, das Sie ja sowieso schon für den Doppelten Rückruf eingeführt haben, wann Sie seine Aufmerksamkeit wollen und schicken Sie ihn mit dem „Frei“-Signal in seine Welt zurück.

Zum Weiterlesen

Geben Sie Ihrem Hund genügend Zeit, sich auch mit hundlichen Dingen zu beschäftigen. Lesen Sie dazu auch die Artikelserie „Der Hund im Gleichgewicht“ von Eva Zaugg.

Weitere Informationen zum Thema Aufmerksamkeit als Verhalten finden Sie im Buch „When pigs fly“ von Jane Killion.

 

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