Da muss er durch! Oder?

Aktualisiert am 16.11.2014
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Neulich fragte mich ein Kunde, ob Hunde immer und überall Freude haben müssen. Und was so schlimm am „da muss er durch!“ ist.

Da muss er durch!?

Hunde müssen viel öfter etwas „einfach aushalten“ als wir denken. Sie haben ganz andere Bedürfnisse als Menschen. Überlege einmal, was dein Hund alles „soll“:

  • an lockerer Leine gehen, möglichst mit ungeteilter Aufmerksamkeit, besonders bei Ablenkungen
  • überall mit hin gehen
  • ganz alleine zuhause bleiben
  • möglichst nie bellen
  • gerne zum Tierarzt gehen und sich ohne zu mucken behandeln lassen
  • sich von Fremden, insbesondere Kindern streicheln lassen usw.

Manches soll er nicht nur, er muss sogar:

  • leben, mit wem und wo wir das wollen
  • Gassi gehen, wann und wo wir wollen
  • fressen, was wir ihnen vorsetzen

Die Listen könnte ich unendlich lang fortsetzen. Oder kurz gesagt: sie müssen sich unserem Lebensstil anpassen.

Hunde können sich anpassen

Die meisten Hunde können sich recht gut anpassen. Doch es gibt auch ganz viele Situationen, die Hunde schwierig oder unangenehm finden.

Manche davon empfinden wir als „Kleinigkeiten“, „selbstverständlich“ oder „notwendig“.  Doch auch wenn sie für uns keine besondere Bedeutung haben, sollten wir die Bedürfnisse und Empfindungen des Hundes nicht ignorieren.

Kleinvieh macht auch Mist

Stell Dir vor, dein gesamter Tag besteht aus einer Aneinanderreihung von unangenehmen Situationen.

Der Wecker schrillt in Feuerwehrsirenenlautstärke (und du kannst ihn nicht abschalten). Deine Kleidung passt nicht richtig, drückt, kratzt und scheuert, und sie wird dir einfach übergestülpt, wobei deine Gliedmaßen schmerzhaft verbogen werden. Dein Essen verursacht dir  ständig Sodbrennen oder schmeckt einfach nicht. Das Radio dudelt den ganzen Tag genau die Musik, die du nicht magst. Du würdest gerne nach der Arbeit deinem Hobby nachgehen, aber dein Partner besteht darauf, dass du immer alles das machst, was er am liebsten mag.

Das ist alles vielleicht „nicht so schlimm“. Aber es summiert sich.

Nicht so schlimm ist ziemlich schlimm

Diese unangenehmen Situationen lösen bei deinem Hund Stress aus. Stress wiederum hat viele Nebenwirkungen. Zum Beispiel kann dadurch die Frusttoleranz herabgesetzt und die Impulsivität erhöht werden. Das gilt nicht nur für die jeweilige Situation, sondern wirkt nach, weil die Stresshormone eine Weile brauchen, um wieder auf „Normal“ zu sinken. Außerdem summieren sich Stressauslöser.

Hunde lernen immer – und zu jedem Verhalten, zu jeder Situationen verknüpfen sie die Emotion, die sie in der Situation hatten. Wenn du den Hund über den Tag in viele unangenehme Situationen bringst, verknüpft er ständig dieses unangenehme Gefühl – und zwar ganz besonders mit den Dingen, die diesen Situationen gemeinsam sind. Also besonders mit dir!

Er kann da durch wollen lernen!

Viele dieser Verknüpfungen kannst du vermeiden, indem du

  • herausfindest, was dein Hund unangenehm findet
  • Möglichkeiten findest, diese Situationen zu vermeiden oder angenehmer zu gestalten
  • die Situationen kleinschrittig übst
  • den Hund um Erlaubnis fragst

Beispiel

  • Dein Hund findet „Geschirr anziehen“ unangenehm
  • Du lässt ihm ein gut sitzendes Geschirr machen und übst das „Anziehen“ kleinschrittig
  • statt dich beim Anziehen über deinen Hund zu beugen, setzt du dich neben ihn
  • du ziehst ihn draußen im Garten an, wo ihn die Umweltreize ein bisschen ablenken, so dass er das Anziehen nicht ganz so unangenehm findet
  • du fragst den Hund, ober er bereit ist, sich das Geschirr überziehen zu lassen
  • der Hund lernt, selber seinen Kopf in das Geschirr zu stecken

Welche „Kleinviecher“ hast du im Leben deines Hundes entdeckt? Lasst uns zusammen das unangenehme Kleinvieh bekämpfen!

 

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