Der pure Stress

Aktualisiert am 14.02.2015
Beitrag 1 von 3 der Artikelserie: Trainingstagebuch Satchmo
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Satchmo und Merley

Satchmo ist 2006 geboren, ein schwarzer Labrador-Retriever, sehr sensibel und teilweise unsicher, was mit Sicherheit auch daher rührt, dass er, als ich ihn mit 7 Monaten bekommen habe, nicht wirklich etwas kannte.

Marley ist 2008 geboren, ein brauner Zwergpudel. Eine sehr große Mimose, jedenfalls was meine Stimmungen angeht.

Beide zusammen sind einfach ein unschlagbares Team, die sich mit ihren kleinen Unterschieden viel Halt und Sicherheit geben.

Januar 2011

Verzweifelt, wütend, und völlig gefrustet kommen wir von den meisten Spaziergängen mit Hundebegegnungen wieder nach Hause.

Immer wieder Satch, der austickt. Das bringt mich immer weiter auf die Palme und macht uns beiden die Spaziergänge einfach nur madig. Ich fühle mich unfähig, meinen Hund zu führen und ihm Sicherheit zu geben. Und meine Unsicherheit verstärkt wahrscheinlich Satch in seinem Verhalten.

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Herumdoktern

Was doktere ich herum. Wurfkette ganz am Anfang – okay, ich habe schnell gemerkt, dass das nicht mein Weg ist. Anbrüllen und Runterdrücken ist auch nicht besser, geschweige denn effektiver. Tatsächlich wird es eigentlich immer schlimmer.

Wenn Satch andere Hunde, egal ob Hündinnen oder Rüden, zu nahe kommen, dreht er völlig durch. Ich versuche zu erklären: er hat eben Angst.

Und sehe die ungläubigen Blicke: Klar, natürlich… so sieht er auch aus… wie ein ängstlicher Hund…

Auf den Hundeplatz traue ich mich mit ihm nur noch unter Anspannung. Das ist immer Stress.

Versagen

Ich sehe mein Versagen: meinen ehemals sozialen Hund habe ich kaputt gemacht – wie unfähig muss man sein. Nach einem Unfall mit Marley wird alles noch schlimmer.

satch

Der Clicker

Irgendwann versuche ich es mit dem Clicker: „Hunde schön clickern“.

Okay, das ist leichter gesagt als getan, denn nicht immer bzw. eigentlich fast nie, laufen Begegnungen wie im Lehrbuch ab. Ich bin sehr perfektionistisch, erwarte das auch bei meinen Hunden und baue so natürlich einen enormen inneren Druck auf.

Denn was nützen einem die Bücher in der Theorie? Was nützt es einem, wenn gesagt wird, da musst du mal ordentlich durchgreifen, der verarscht dich?  Dabei können sich Leute, die Satch kennen, nicht vorstellen, dass er bei Hundekontakt wirklich sooo austicken kann.

In die Stadt traue ich mich schon lange nicht mehr mit dieser „Bestie“ und nehme ihn auch nicht mehr auf Agilityturniere mit, weil das der pure Stress ist.

Nur mit dem Pudel zu fahren, ist die reine Entspannung.

Seminar: Training ist…

Im Januar melden wir uns dann zu einem Seminar in Oberammergau an: „Training ist…“

Und was ist mein erster Gedanke? So ein Mist, das geht doch gar nicht… wie soll das mit Satch werden? So viele Hunde und mein Pöbler?

Andererseits wird der Leidensdruck immer größer. Ich frage beim Hotel nach und erhalte die Antwort: „Ach, Ute macht das schon.“

Okay, also gebucht. Gewartet und dann ist der September da. Oh mein Gott, und das mit meinem pöbelnden Labrador.

Nächste Woche: Das Seminar und wie es weiter geht…

9 Antworten

  1. avatar Nicole sagt:

    Ich habe mich der Geschichte wieder gefunden.Ich habe so am anderen Ende der Leine.Ich clickere jetzt seit Fast 4-5 Jahren und seit gut über einem Jahr auch Hundebegegnungen. Ist wird besser.Wir brauchen zwar noch einen Abstand(groß),aber das wird. Freue mich auf die Fortsetzung.
    Nicht aufgeben…

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