Distanz aufbauen

Beitrag 8 von 15 der Artikelserie: Longieren
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Nähe und Distanz

Hunde haben ein sehr unterschiedliches Verhältnis zu Arbeit auf Distanz. Jeder Hund hat seine Komfort-Distanz. Manche Hütehundrassen erarbeiten sich sehr schnell eine grosse Arbeitsdistanz, sind aber schlecht zu bremsen und gerne als Selbstläufer unterwegs.

Dieser Hund hat eine grosse Wohlfühldistanz

Andere Hunde brauchen die körperliche Nähe zu ihrem Menschen und werden schnell unsicher, wenn die Arbeitsdistanz zu gross gewählt wird.

Dieser Hund braucht Hilfe in der Nähe

Der Hund muss sich wohl fühlen

Auch hier zählt: der Hund muss sich wohl fühlen.

Wir bauen die Distanz je nach Team sehr unterschiedlich auf. Dem Hund wird nur so viel zugemutet, wie er aufgrund seines Temperaments, seines Ausbildungsstandes und seiner Befindlichkeit ertragen kann.

Dabei gibt es sehr verschiedene Wege, einen Hund an grössere Distanzen zu gewöhnen.

Möglichkeiten zum Distanzaufbau:

  • mit Bodentargets: der Hund bewegt sich auf Bodentargets, während der Mensch sich langsam weiter in das Kreisinnere bewegt
  • am Pylonenkreis: wir schicken den Hund von der Kreismitte heraus um eine Pylone herum und belohnen ihn dafür im Kreisinneren. Die Distanz wird von hinten aufgebaut. Der Hund bewegt sich freiwillig vom Menschen weg und wird dafür sofort belohnt
  • aus der statischen Position heraus: der Hund wird aussen am Kreis nacheinander in die Positionen Sitz, Platz, Steh gebracht. Bei jedem neuen Signal verändert der Mensch seine Position zum Hund, bis er sich in der Kreismitte befindet.
  • mit Spielzeug als Target und einer Hilfsperson aussen am Kreis: Ein Spielzeug wird so geworfen, dass der Hund lernt den Kreis alleine zu umrunden, obwohl der Hundeführer an der Startposition stehen bleibt

Spielzeug als Target

Der Aufbau, wenn das Spielzeug als Target eingesetzt wird, sieht so aus:

  • Die Hundeführerin steht mit ihrem Hund im Sitz am Band
  • Sie zeigt ihrem Hund sein Spielzeug, das die Hilfsperson dann übernimmt. Der Hund sollte dabei sitzen bleiben. Je nach Temperament und Impulskontrolle des Hundes wird die Spielzeugübergabe mit sehr wenig Energie gestaltet
  • Nun entfernt sich die Hilfsperson mit dem Spielzeug und positioniert sich so, dass sie das Spielzeug in Laufrichtung des Hundes ausserhalb des Kreises werfen kann. Das Spielzeug wird hier als Target eingesetzt
  • Sobald der Hund Blickkontakt anbietet, wird er von der Hundeführerin gestartet. Da er das geworfene Spielzeug als Ziel anläuft, lernt er dadurch, sich freiwillig vom Menschen zu entfernen und alleine am Band entlang zu bewegen. Dazu muss  die Hilfsperson das Spielzeug geschickt werfen
  • Die Hundeführerin steigt lediglich über das Band und motiviert ihren Hund, das Spielzeug zu bringen. Dann wird kurz aber motivierend gespielt
  • Wichtig ist dabei, dass sich die Hundeführerin sinnvoll platziert: Hunde laufen immer auf einer Geraden zu ihrem Menschen und diese Gerade sollte immer ausserhalb des Kreises bleiben

Markersignal

Gerade bei der Arbeit auf Distanz ist der Einsatz eines Markersignals unverzichtbar. Nur so kann der Hund exakt im Timing und genau an der richtigen Stelle der Bewegung verstärkt werden!

Ort der Belohnung

Der Ort der Belohnung gibt dem Hund den Hinweis, wohin er sich bewegen oder wo er ausharren soll.

Der Click markiert das richtige Verhalten, die Übergabe der Belohnung informiert den Hund darüber, wo das Verhalten stattfinden soll.

Bewegungsenergie

Wir gewöhnen unsere Hunde an grössere Distanzen, indem wir Timing und Energie bewusst einsetzen.

  • Wir entfernen uns kurz mit wenig Energie
  • Wir markieren früh
  • Wir kommen schnell mit viel Energie und zurück zum Hund, um zu belohnen

7 Antworten

  1. avatar Dagmar sagt:

    und noch ein Targetspiel am Kreis:
    Spielzeugsuche als 4. Target eingesetzt

    http://youtu.be/QUL7pM2orts

  2. […] im Training Dagmar Milde: Rollenspiele Dagmar Milde: Körpersprache und Longieren Dagmar Milde: Distanz aufbauen Dagmar Milde: Mehrere Hunde am Kreis longieren Dagmar Milde: An mehreren Kreisen longieren Dagmar […]

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