Gesundheit – Der Tierarzt ist kein Gott in Weiß

Aktualisiert am 08.08.2013
Beitrag 7 von 7 der Artikelserie: Gesundheit Hund
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Beim Besuch eines Tierarztes gehen wir davon aus, gut beraten zu werden. Ist dies tatsächlich so? 

Können wir Tierärzten blind vertrauen?

Ich habe leider andere Erfahrungen machen müssen. Mein erster Hund war eine gesundheitliche Großbaustelle und so hielt ich mich in sehr vielen Tierarztpraxen auf. Ich wurde ausgelacht, weil ich bestimmte Blutwerte haben wollte und meinem Hund wurde ein Cauda Equina Kompressionssyndrom diagnostiziert, das gar nicht da war. Ein Tierarzt rannte mir bis auf den Parkplatz hinterher, um mir sein Trockenfutter anzudrehen.

Auch meine Kunden berichten von abenteuerlichen Erlebnissen. Einem Hund mit stereotypen Verhalten wurden die Analdrüsen ausgedrückt, weil der Tierarzt annahm, er drehe sich deswegen stundenlang im Kreis. Es werden Hüftgelenksdysplasien und Spondylosen ohne Röntgenbilder diagnostiziert.

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Was haben Sie für Rechte?

Sie haben  mit einem Tierarzt ein geschäftliches Verhältnis: Er erbringt eine Leistung und Sie zahlen.

Es ist Ihr gutes Recht nachzufragen, warum er mit welchen Mitteln etwas behandelt.  Inzwischen sind viele Tierhalter gut informiert. Einige Tierärzte wirken genervt, wenn man nachfragt, was sie gerade tun. Ich habe erlebt,dass der Tierarzt mit den Augen gerollt hat, weil ich nachgefragt habe Ich habe aber auch schon erlebt, dass eine Tierärztin sich nach meinen Fragen korrigiert hat und mir Recht gab.

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Hinterfragen Sie!

  • Der Tierarzt will Tollwut jährlich impfen

Tollwut wird nur noch alle drei Jahre geimpft, der Schutz ist völlig ausreichend und ist auch mittlerweile so festgelegt.

  • Der Tierarzt verkauft Wurmkuren als Prophylaxe und entwurmt ohne untersuchte Kotprobe

Wurmkuren wirken nicht vorbeugend, einen Tag nach der Kur kann der Hund sich mit Würmern infizieren. Der  Kot sollte vor einer Behandlung untersucht werden, um zu prüfen, ob überhaupt ein Befall vorliegt und wenn, um welche Parasiten es sich handelt, damit das Medikament angepasst werden kann.

  • Der Tierarzt verkauft gutes Futter

Die bekannten Sorten Royal Canin und Hills werden häufig von Tierärzten vertrieben.  Beides sind keine hochwertigen Futtersorten: Lesen Sie sich mal genau die Zusammensetzungen durch und setzen diese in Relation zum Preis. Da wird Ihnen ganz anders.

  • Der Tierarzt empfiehlt eine Kastration bei Verhaltensproblemen

Eine Kastration ist ein operativer Eingriff und bedarf einer medizinischen Indikation. Sie beendet kein unerwünschtes Verhalten wie z. B. Aggression gegen Artgenossen, welches sich monatelang eingeschlichen hat.  

  • Der Tierarzt verordnet ein Antibiotikum oder Cortison

Dies sind die beiden Arzneimittel, die ganz schnell über die Theke wandern. Egal was der Hund hat, erstmal wird ein Antibiotikum und/oder Cortison verschrieben. Ich habe erst einen Tierarzt erlebt, der ein Antibiogramm erstellt hat, um ein Antibiotikum anzupassen. Oft verabreicht der Tierarzt einfach diese Mittel, ohne den Kunden darüber zu informieren.

Die Liste kann sicher noch fortgeführt werden.

Besuch beim Tierarzt

Fragen Sie nach!

Sie haben ein Recht darauf, Fragen zu stellen und diese auch beantwortet zu bekommen. Eine zweite Meinung einzuholen, kann Ihnen auch niemand verbieten.

Es gibt natürlich auch sehr gute Tierärzte, die aufklären, informieren und sich auf Patienten und Besitzer einstellen. Ich habe in 6 Jahren mit Hund auch einige tolle Tierärzte kennengelernt, die sich durch mein Wissen und meine Fragen nicht belästigt fühlen. Leider ist dies aber immer noch die Minderheit.

Je mehr Patientenbesitzer aufgeklärt sind und Leistungen hinterfragen, desto besser werden Tierärzte auf Nachfragen reagieren und ihre Leistungen erklären müssen.   

 

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