Beitrag 2 von 3 der Artikelserie: Alltag ist Training ist Alltag
Print Friendly

Lalalalalaa schnellschnellschnell click eaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaasy

Hilfe, ich trau mich nicht

Gerade im Markertraining haben wir viele Signale, die in der „normalen“ Hundeszene noch nicht so bekannt sind. Die intermediäre Brücke, das Ankersignal, das Entspannungssignal oder die „Zeigen und Benennen“-Signale sind z.B. noch wenig bekannt. Da könnt ihr schon mal komische Blicke oder sogar dumme Sprüche ernten, wenn ihr sie in der Öffentlichkeit anwendet. Das ist natürlich ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Aber diese Signale verbessern die Kommunikation mit eurem Hund – und das ist eindeutig wichtiger, als fremde Menschen nicht verwundern zu wollen. Ihr müsst nicht verteidigen, was ihr da macht. Erklärt es nur, wenn Leute freundlich interressiert fragen, ansonsten reicht ein freundliches „Das haben wir in der Hundeschule so gelernt.“ o.ä.

sSignale machen die Kommunikation eindeutig

Ihr übt die Signale, weil sie die Kommunikation mit eurem Hund eindeutig machen. Weil sie eurem Hund helfen, seine Umwelt besser zu verstehen und sie dazu beitragen, dass er sich sicher und glücklich fühlen kann, weil die Signale mit ganz bestimmten Konsequenzen verknüpft sind.

Signale sind nicht wie wie Briefmarken, die ihr in ein Album steckt, nur um sie zu haben und bei Gelegenheit anzugucken oder herzuzeigen. Das gilt besonders für Signale, die dem Hund helfen, mit schwierigen Situationen besser zurecht zu kommen, wie Entspannungssignal  z.B.  oder „Zeigen und benennen„-Signale.

Habt keine Angst, eurem Hund einen anderen Hund anzukündigen, der gleich um die Ecke geschossen kommt, auch wenn ihr im Training zu dieser geringen Distanz noch nicht vorgedrungen seid.

Singt Euer Entspannungssignal um euren Hund wieder ein bisschen herunterzuholen, auch wenn der Passant komisch guckt und der Hund vielleicht nur ein winzig kleines bisschen entspannter wird. Auch dieses winzige bisschen ist für den Hund spürbar und gibt ihm die Chance zu lernen: „Du kannst dich auch in Anwesenheit von aufregenden Sachen entspannen“. Beim nächsten Mal klappt das dann noch besser, weil das Entspannungssignal durch weiteres Aufladen besser konditioniert ist und er zusätzlich diese Alltagserfahrung damit gesammelt hat.

Pro Tierversuch – testet eure Signale!

Es ist richtig und wichtig, Signale so zu üben, dass der Hund möglichst keine Fehler machen muss. Aber ab und an solltet ihr geübte Signale dann auch im realen Leben in neuen Situationen testen. Denn wenn ihr zu vorsichtig seid, macht ihr vielleicht nur sehr langsam Fortschritte. Das kann sehr frustrierend sein, für Mensch und Hund.

Stellt Euch solch einen Test wie eine Frage an Euren Hund vor: „Kannst Du in dieser Situation ’sitz‘? Setzt er sich, ist die Antwort ja. Setzt er sich nicht, wisst ihr, dass ihr noch Trainingsbedarf habt, um dieses Trainingslevel zu erreichen. Beides ist ein Wissenszugewinn. Es geht nicht darum, dann etwas „durchzusetzen“ oder dieses Signal dann dort sofort zu drillen. Es ist einfach eine Information über den Trainingsstand.

11 Antworten

  1. avatar Melanie sagt:

    Na, da fühle ich mich ja mal angesprochen…

    Mein Ankersignal ist übrigens eine Handbewegung, das ist manchen Menschen vielleicht nicht so peinlich: Hand flach, und auf den Bauch legen, dann den Arm immer wieder zur Seite ausstrecken und wieder einklappen und die Hand auf den Bauch. Mein Hund hat einen großen Radius, aber das sieht sie auch noch, wenn der Wind ein verbales Signal schon verweht hat. Klappt Spitzenmäßig, sie beschleunigt noch, wenn sie die Armbewegung sieht.

    Ich trickse da manchmal auch ein wenig:
    Z.B. wenn mir ein aversiv arbeitender Hundehalter entgegenkommt. Da merke ich immer (leider erst nach der Situation), dass ich dann besonders hohe Erwartungen an meinen Hund habe. Ich vermute, dass ich nicht möchte, dass meine Arbeitsweise (ich arbeite nur nonaversiv, mit Marker, etc.) dafür verantwortlich gemacht wird, dass mein Hund gerade nicht perfekt „hört“. Dabei ist es völlig überzogen, von meinem Hund zu erwarten, mit Blick auf mich perfekt an der Leine zu laufen, während ihm ein Hund mit Stachler entgegenkommt, der gerade Aggressionsverhalten uns gegenüber zeigt. Vor allem, wenn es der dritte des Spaziergangs ist, haben mein Hund UND ich unsere Impulskontrolle oft schon aufgebraucht. 🙁

    Deshalb am Besten für mich persönlich in schwierigeren Trainingssituationen: Dem Hund ein Alternativverhalten anbieten, weil das von MIR ein Alternativverhalten verlangt! Der Hund kann z.B. in etwas Abstand super sitzen und zeigen&benennen spielen, ich kann beweisen, die Methode klappt super, und wir beide haben etwas, was uns selbstbewußt und sicher durch die Situation kommen läßt.
    Praktisch positives Training für uns beide. Ich bekomme nur keine Kekse in der Situation, fällt mir gerade auf… ;-(

    Meiner Erfahrung nach sind es übrigens oft die mit den ‚doofen Sprüchen‘, die so tun, als ob ein guter Rückruf Schicksal wäre. Oder sie behaupten, Vertrauen in Notsituationen wäre das Gleiche, wie ein durch Schmerzen durchgesetztes Sitz-Signal.
    Da kommt dann meist schnell die Gelegenheit, mit einem lockeren Spruch durchscheinen zu lassen, dass einem die eigenen Methoden weniger peinlich sind, als ein Verhalten des Hundes über Schmerzen und Einschüchterung zu unterdrücken, und dann mit den Nebenwirkungen leben zu müssen…

  2. avatar Gerda sagt:

    Als ich vor rund 15 Jahren anfing vegetarisch zu essen, wurde ich auch angegiftet. Ich tue es heute noch und brauche das nicht zu erklären, außer es wird um eine Erklärung gebeten. Dabei habe ich niemandem etwas weggenommen …
    Bei der Hundeerziehung greift, denke ich, das gleiche System. Wenn ich der positiven Erziehung zustimme, muss ich das, was ich bisher getan habe, in Frage stellen und vielleicht sogar falsch finden. Das erfordert kritisches Nachdenken über sich selbst und dazu ist nicht jeder fähig und/oder willens.

  3. avatar Sylvia sagt:

    Man muß ja auch net unbedingt wie ne Bekloppte durch die Gegend laufen und lalalalala schreien. Da tut´s ein einfaches freudiges „Jawooooll, sooo ist, fein, super….“, während der Hund schon herläuft (oder sobald er auf den Abruf hin nur den Kopf zu mir dreht), ebenfalls, wenn nicht besser – und das arme Gegenüber muß net gleich die Männchen mit den weißen Jacken holen 🙂 Erfüllt denselben Zweck, ist aber nicht ganz so peinlich.

    Oder ein „ruhhhhig….“ statt des seltsam gesungenen eeeeeeasy….. Bei uns hilft ein „schschschschsch……“ super, besonders wenns grad nach lecker Rehlein duftet im Wald. 🙂

    Oder ein „Ja“ statt eines Klick unterwegs.

    Wer also Angst hat, sich zu blamieren, der kann ja das Ganze an seine Bedürfnisse adaptieren, und öffentlichkeitstaugliche Kommandos nehmen.

    Und wenn die Trainer das auch genau so vermitteln würden, würd´s vielleicht der Ein oder Andere mehr anwenden – nur mal so als Tip……

  4. avatar heike sagt:

    da mir oft aufgefallen ist, das es verpöhnt ist seinen hund auch mal zu bitten,habe ich mir den spaß gemacht,und meine ib lautet somit:bitte,bitte,bitte-danke— na diese blicke müßt ihr euch mal vorstellen.
    aber da steh ich drüber.
    mein anker lautet :zack,zack,zack-du sack— (hatte ich bei willi wollmatinge gelesen und promt übernommen)

Leave a Reply to Martina Schoppe via Facebook

Hier klicken, um das Kommentieren abzubrechen.

http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_negative.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_heart.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_smile.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_whistle3.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cry.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_sad.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_unsure.gif 
http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif