Longieren mit mentaler Leine

Aktualisiert am 22.04.2013
Beitrag 14 von 15 der Artikelserie: Longieren
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Vielleicht fragt sich nun jemand, warum der Name „Longieren“ beibehalten wurde, obwohl man nie  eine Leine oder Longe sieht?

Die mentale Leine:

  • Unser Aufbau verstärkt in kleinen Schritten das Band der Verständigung zwischen Mensch und Hund
  • Wechselseitiges Agieren und Reagieren verbindet die Partner unsichtbar miteinander. Es entsteht eine mentale Leine.

Wie lange dauert der Aufbau?

Bis ein Hund frei um einen grossen Kreis geführt werden kann, dauert es bei regelmässigem Üben mehrere Wochen bis Monate.

Meine Anfänge mit Biene im Sommer 2010, Aufbau mit Pylonen (es war die Ära vor der Entdeckung der  Bodentargets).

 

Hunde  reagieren sehr unterschiedlich auf  Nähe oder Distanz:

  • Manche Hunde arbeiten gerne mit hohem Tempo und erarbeiten sich die Distanz recht schnell durch Tempo
  •  andere Hunde bewegen sich langsam und bedächtig und lösen sich schwer von ihrem Menschen

Tasha

Tasha kam aus Rumänien, wurde dort zwar auf der Strasse aufgelesen, aber aufgrund ihres Verhaltens vermute ich, dass sie ihre Jugend bei Menschen verbracht hat. Tasha war ein unglaublich kluger Hund, konnte aber bis zum Schluss nicht glauben, dass man mit Menschen einfach Spass haben kann. Bei ihr habe ich erlernte Hilflosigkeit zum ersten Mal bewusst erlebt. Es hat uns viele Jahre und viel Mühe gekostet, bis Tasha den Clicker zu ertragen gelernt hat. Trotzdem macht ihr der Nasentouch hier offensichtlich Spass.

 

Da wir durch den Aufbau mit Bodentargets von Anfang an frei miteinander agieren können,  haben wir jedoch ein grosses Repertoire an Spielen und Übungen.

Neue Verhaltensmuster

Wir stellen den Hunden verschiedene Aufgaben, damit sie sich  neue Verhaltensmuster erarbeiten können:

  • Bei schnellen Hunden fördern wir die Konzentration und ruhiges, exaktes Arbeiten
  • Ruhige Hunde versuchen wir durch verschiedene Aktion zu beschleunigen.
    • Wir legen Bodentargets aus oder bauen Sprünge, Tunnel o.ä. an den Kreis
    • Wir belohnen in schneller Folge nach vorne
    • Wenn der Hund das mag, dann belohnen wir mit in Laufrichtung  geworfenem Spielzeug oder Futterbeutel

Theres belohnt Tyson nach vorne, damit er sich in Laufrichtung bewegt:

 

Dabei kontrollieren wir Menschen  noch einmal sehr bewusst unsere Körpersprache (siehe „Körpersprache und Longieren“ ). Gerade zögernd laufende Hunde werden oft nur durch unsere Körpersprache  gebremst.

  • Schulterstellung und Blickrichtung sollten deutlich in die Laufrichtung weisen.
  • Wir bemühen  uns, unser Ziel zu visieren. Auf den Hund warten oder sich nach ihm umschauen, blockiert ihn und bremst ihn.

Kann man mit jedem Hund longieren?

  • Passen wir die Lernziele an den Bedürfnissen des Hundes an, dann hat jede Hundepersönlichkeit Freude an der Arbeit am Kreis.

 Penny mit den beiden Schwestern Quispel und Quilla

 

  • Alte und sehr junge Hunde arbeiten in kurzen Einheiten an einem kleinen Kreis
  • Kurze Trainingseinheiten, die immer mit Erfolg beendet werden, sind Voraussetzung
  • Impulskontrolle und Konzentrationsübungen  lassen sich in kleinen Schritten mit hoher Belohnungsrate trainieren

 Sam

Der junge Rüde Sam hat nach langer Trainingspause grosse Mühe sich zu konzentrieren. Michèle hilft ihm zur Ruhe zu kommen, indem sie ihn in jedem Zwischenraum mit unterschiedlichen und gut belohnten Aktionen „festnagelt“.

 

  • Ängstliche Hunde bekommen Sicherheit, da sie sich in einem geschützten Rahmen bewegen und in kleinen Schritten ohne körperliche Einwirkung durch den Mensch lernen können
  • Bei lauffreudige Hunde können wir Freude an motorischen Bewegungen mit Kopfarbeit und Konzentrationsübungen koppeln

Hunde lernen denken!

 

Eine Antwort

  1. […] Milde: Longieren – Was tue ich, wenn…? Dagmar Milde: Bellen beim Longieren Dagmar Milde: Longieren mit mentaler Leine Dagmar Milde: Wie funktioniert Lernen am […]

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