Beitrag 8 von 18 der Artikelserie: Märchen aus der Hundeerziehung
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… umständlich

… emotionslos

… immer mit Futter verbunden

… dauert zu lange

… geht nicht bei jedem Hund

Aussagen, die Menschen, die mit Markern arbeiten, immer wieder hören.

Clicker

Clickern ist umständlich?

Ich trage meinen Clicker am Handgelenk, der hängt dort mit seinem geringen Gewicht und ist jederzeit einsatzbereit.

Habe ich ihn nicht dabei oder keine Hand frei, nutze ich mein Markerwort CLICK. Ich habe es genauso aufgebaut wie den Clicker. Die Welt geht also nicht unter, wenn ich den Clicker vergessen habe.

Clickern ist emotionslos?

Diese Aussage kann ich nicht bestätigen. Wenn ich den Blick meines Hundes sehe, wie er erwartungsvoll schaut und sich auf die Belohnung und über das Feedback meinerseits freut, ist das alles andere als emotionslos.

Und ich freue mich auch sehr, wenn wir gemeinsam punktgenau kommuniziert haben und zeige das meinem Hund auch.

titus-und-birka

Clickern ist immer mit Futter verbunden?

Der Click/das Markerwort wird fast immer mit Futter konditioniert, das ist richtig.

Ist die Verknüpfung im Hundehirn gemacht, kann ich sehr vielseitig belohnen. Dazu mache ich mir Gedanken über die Bedürfnisse meines Hundes und beobachte, was er gerne macht.

Ich überstehe sogar Spaziergänge ohne einen Brocken Futter in der Tasche!  Habe ich die passende Belohnung parat, mache ich rasend schnelle Fortschritte im Training.

Clickern dauert zu lange?

Belohne ich mit einem guten Timing und bedürfnisgerecht, erziele ich schnelle Erfolge. Einfache Signale wie SITZ, TOUCH o. ä. sind mit einem Markersignal blitzschnell aufgebaut.

Arbeite ich an einem emotionalen Verhalten wie Leinenaggression, Angst oder Frustration, dauert es etwas länger, das ist richtig. Weil ich die Emotion verändern möchte und nicht einfach nur das Verhalten hemmen.

Da sich ein unerwünschtes Verhalten fast immer über einen längeren Zeitraum aufbaut, ist es sowieso sehr unwahrscheinlich, dieses Verhalten in 2 Tagen NACHHALTIG zu verändern.

Clickern geht nur mit bestimmten Hunden?

Clickern geht mit jedem Hund. Sogar mit tauben Hunden. Da nutze ich als Marker ein visuelles Signal.

Warum sollte dies auch nicht gehen? Lernverhalten ist bei allen Säugetieren gleich.

Ich habe mit Herdenschutzhunden geclickert, mit Hunden, die unter dem Deprivationssyndrom leiden, mit Welpen, mit Senioren, es war alles dabei. Und es hat funktioniert.

bach_1

Das Clickertraining wird schon lange und bei sehr vielen Tierarten eingesetzt und das mit Erfolg: Papageien, Ratten, Orcas, Delphine, Hunde, Katzen, Hühner, etc.

Meiner Erfahrung nach sind Misserfolge im Markertraining immer auf die gleichen Ursachen zurückzuführen: Fehlerhafter Aufbau des Markers, schlechtes Timing und Auslassen einer Belohnung.

Markertraining erfordert ein gewisses Maß an Kreativität, die an den jeweiligen Hund und an das zu trainierende Verhalten angepasst werden muss.

 

15 Antworten

  1. avatar Anke sagt:

    Ein sehr schöner Artikel, generell gehe ich komplett mit, da ich als Trainer auch gerne den Clicker einsetze.
    Eines aber ist der Clicker in meinen Augen nicht:
    ein Kommunikationmittel.
    Er ist ein sehr gutes Hilfsmittel, manchmal auch ein Schlüssel zu einer Hundeseele. Man kann mit ihm sehr gut Erlerntes festigen, Verhalten einfangen oder formen, aber über einen Clicker kommunizieren?
    Der Clicker ersetzt meiner Meinung nach keine artgerechte Kommunikation. Er ist lediglich ein kondtionierter Verstärker, nicht mehr und nicht weniger. Ich kann maximal den Weg ebnen durch Konzentration zu einer besseren Kommunikation.

    • Wenn ich einem Lebewesen mit einem Signal eine Information gebe,
      ist das Kommunikation. Das kannst du drehen und wenden wie du
      möchtest. Kommunikation ist so definiert. Ich teile etwas mit, in diesem Fall kündige ich eine Konsequenz an. Die Kommunikation mittels Markersignal ist einfach und präzise. Definiere artgerecht Bitte. Wie ein Hund kann der Mensch nicht kommunizieren, dass ist schon physiologisch unmöglich.

      • avatar Anke sagt:

        Wie schon gesagt, man kann alles drehen und wenden wie man möchte. Für mich ist der Clicker nur ein kleiner Baustein, sicherlich teile ich dem Hund damit auch etwas mit, es ist eine Ankündigung für etwas. Wenn es an meiner Haustüre klingelt, ist das auch eine Ankündigung für Besuch. Da habe ich noch lange nicht kommuniziert.
        Ich kommuniziere mit meinen Hunden sehr körperlich und auch verbal, der Clicker sicherlich hin und wieder als Schlüssel dazu. Und vieles schaue ich mir von meinem „Leithund“ ab.
        Klar, wir sind Menschen und das sind Hunde, aber ich denke, wir sind den Hunden ähnlicher als uns lieb ist.
        Und ich kommuniziere ja auch nicht mit einem Menschen, indem ich ihm mit einem Kugelschreiberclick eine nette Geste ankündige.
        Aber jeder, denke ich, hat da so seine eigene Meinung und das ist auch gut so. Hauptsache, für unsere Hunde hat es etwas positives.
        PS: Sicherlich kann ich als Mensch nicht wie ein Hund kommunizieren, aber mein Hund lernt, genau wie umgekehrt, meine Körpersprache zu lesen.
        Als Bsp.: Wenn ich mich über meine Hunde beuge, wissen sie, es geht keine Gefahr von mir aus. Unter Hunden wäre das anders.
        In diesem Sinne, danke für die schönen Beiträge.

        • Sorry, es gibt eine klare Definition des Begriffs „Kommunikation“. Was drehe und wende ich denn da?
          Was du beschreibst, ist klassische Konditionierung. Das klingeln am der Haustür ist erstmal eine reine Information. Deine Reaktion auf den Besuch ist dann Konsequenz.
          Dein Hund lernt, dass ihm nichts passiert, wenn du dich über ihn beugst. Natürlich lernen unsere Hunde uns lesen.
          Der Clicker ist ein sehr großes Hilfsmittel und bleibt nicht nur ein kleiner Baustein wenn man ihn richtig einsetzen kann.

          • avatar Anke sagt:

            Liebe Frau Hochhäusler,

            ich sagte ja schon, jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht und eine eigene Sichtweise, diese sollte man auch einfach mal so akzeptieren, Ihre Sicht der Dinge akzeptiere ich ja auch zu 100 Prozent. Nur ich sehe es eben anders und es geht nicht immer nur nach Definitionen.
            Dafür schreibt man ja auch mal einen Kommentar, um gerade auch mal Dinge vielleicht anders zu betrachten. Ich arbeite sehr gerne mit dem Clicker und seit 10 Jahren mit Hunden im Blindenführhundbereich, Assistenzhundbereich und Jagdhundbereich, zudem lebte ich mit 12 eigenen Hunden (jetzt noch 4). Da entwickelt man sich.
            Und andere sehr gute Clickertrainer haben ähnliche Ansichten. Und dass Clickertraining auch Grenzen hat, das ist ja klar, genau so wie alles andere.
            Ich sehe nach wie vor den Clicker als Hilfsmittel und Schlüssel. Aber er ist kein Allheilmittel. Belassen wir es doch einfach dabei, jeder kann sich dazu seine eigenen Gedanken machen.

          • Feste Definitionen haben doch nichts mit Sichtweisen zu tun. Das wäre so, als würde man sagen: Die Erde ist eine Scheibe. Dafür gibt es diese doch.
            Wenn Sie den Begriff Kommunikation für sich selber anders definieren, dann ist eine Diskussionsgrundlage nicht gegeben. Wenn Sie sagen, die Erde ist eine Scheibe und ich sage,
            nein, es ist erwiesen, dass sie rund ist, brauchen wir nicht zu diskutieren. Genau dafür gibt es definierte Begrifflichkeiten, damit eine Diskussionsgrundlage besteht. 🙂

            Wo hat der Clicker denn seine Grenzen? Ich hab das noch nicht erlebt.

  2. avatar Anke sagt:

    Vielleicht sehen Sie die Erde in 10 Jahren als eine Scheibe. http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif
    Denn Hundehaltung ist genau an das nicht gebunden: an Definitionen.
    Das musste ich lernen, jeden Tag aufs Neue.
    Und wenn Clickertraining für Sie noch keine Grenzen hatte, dann ist es gut so.

    Liebe Grüsse

    • Ach daher weht der Wind.
      Mit dem verlinkten Herren möchte ich nichts zu tun haben. Ich habe deswegen den link auch entfernt.
      Jetzt wird mir auch klar, warum Sie was schreiben.

      Hundehaltung hat nichts mit Definitionen zu tun. Aber Lerngesetze und Biologie.

      • avatar Anke sagt:

        Ich habe mit dem Herrn auch nichts zu tun, wollte nur damit sagen, es gibt immer unterschiedliche Ansichten, ich arbeite nach meinen eigenen Vorstellungen, das war nur ein Beispiel.
        Aber ich bin für alles offen und selektiere dann für mich.
        So einfach. Mit allem bin ich mit Sicherheit auch nicht einverstanden. Aber man muss doch auch mal andere Meinungen akzeptieren.
        Ein anderes Beispiel, vielleicht sagt der Ihnen mehr zu: Martin Pietralla. Man muss doch nicht alles genau so machen, aber lernen kann man immer, auch wie man es nicht machen sollte.
        Wäre die Erde eine Scheibe, könnte man darüber hinaus sehen.

        • Liebe Anke,

          Biologie, Wissenschaft, erforschtes Lernverhalten hat doch nichts mit Ansichten zu tun.
          Gut, man kann es einfach verleugnen, aus verschiedenen Motiven heraus. Viele clickern halt ein wenig, bis der Hund nicht mehr so reagiert wie Mensch möchte. Dann greift er wieder in die Strafen-Kiste. Weil geht ja nicht nur positiv.
          Geht es nicht, oder KANN ich es nicht? Strafen ist einfacher. Braucht keinen Grips.
          Sicher ist es Ansichtssache, WIE man seinen Hund trainieren möchte.
          Die, die mit Strafe jeglicher Art arbeiten, müssen das für sich und mit ihrem Gewissen vereinbaren.
          Ich für mich akzeptiere das nicht. Und da es sich hier um u. a. MEINEM Projekt handelt, lasse ich keine Entschuldigungen für das Strafen gelten.

          Es ist nicht richtig, dass Clickertraining Grenzen hat. Der Anwender mag an seine Grenzen stoßen, das ist der Knackpunkt.
          Auch ich stoße da mal an meine Grenzen, wende mich dann aber nicht dem Training über Strafe zu (egal ob körperlicher oder mentaler Art).
          Ich überdenke dann meinen Trainingsweg, hole Rat und stelle um.
          Ich habe eine Verpflichtung Hunden gegenüber, nämlich die, ihn so gut wie möglich zu behandeln.
          Und kann ich das nicht, dann trägt nicht der Hund die Schuld und muss das ausbaden.

          • avatar Anke sagt:

            Schade, dass Sie meine Hunde nicht kennen lernen können, glauben Sie mir, ich habe noch nie über Strafen gearbeitet, deshalb sage ich ja, man kann auch lernen wie man es nicht machen sollte. Ich lehne solche Dinge auch prinzipiell ab.
            Aber ich akzeptiere Erfahrungen anderer.
            Ich bilde gerade wieder einen Assistenzhund zusammen mit der Besitzerin aus, da funktionieren keine Strafen. Und ich beschäftige mich jeden Tag mit Biologie, Lernverhalten, usw..
            Jeden Tag betreue ich 10-12 Hunde. Bei meinem Jagdhund bin ich nur beschmunzelt worden, und am Ende war sie die Beste mit Abstand.
            Aber Ansichten spielen schon eine Rolle, die erlangt man über Erfahrungen. Intuition spielt bei mir eine grosse Rolle.
            Und sicher, wenn man an Grenzen stösst, muss ich etwas ändern, aber man stösst immer wieder an Grenzen, hab ja nicht gesagt, man kann sie nicht überwinden, aber bestimmt nicht mit Strafen, da sind wir einer Meinung. Also, danke für die nette Kommunikation und die super Seite.

  3. […] ist mangelnder Respekt Regine Hochhäusler: Persönlichkeit statt Leckerli Regine Hochhäusler: Clickern/ Markern ist…. Regine Hochhäusler: Das Ding mit dem Rudel Regine Hochhäusler: Hunde aus dem Tierschutz… Regine […]

  4. avatar fuchs sagt:

    Oh mein Gott 😲👀😵😷

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