Beitrag 10 von 18 der Artikelserie: Märchen aus der Hundeerziehung
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Es gibt Menschen, die entscheiden sich gegen einen Hund aus dem Tierschutz, weil sie befürchten, dass dieser unlösbare Verhaltensprobleme entwickelt hat. Die Entscheidung fällt oft zugunsten eines Welpen vom Züchter, damit das neue Familienmitglied von Anfang an nach den Vorstellungen des Halters erzogen werden kann.

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Die Vorurteile

  • Hunde aus dem Tierschutz haben ein Problem, deshalb sind sie ja im Tierschutz gelandet
  • wenn Hunde älter als ein Jahr sind, kann man sie nicht mehr sozialisieren oder erziehen und sie lernen nichts mehr
  • wenn ein Hund schlecht oder nicht sozialisiert wurde, kann man nichts mehr tun
  • Hunde überstehen einen Besitzerwechsel nicht gut

Treffen diese Vorurteile zu? 

Nein. Ein Hund lernt bis zu seinem letzten Atemzug. Seine Entwicklung ist nicht plötzlich zu Ende und sein Verhalten bleibt nicht statisch.  Eine fehlende Sozialisation ist tragisch und kein guter Start ins Leben aber auch solche Hunde lernen noch und können sich an neues gewöhnen.  Hunde sind die anpassungsfähigsten Säugetiere überhaupt und überstehen Besitzerwechsel sehr gut.  Der eine sehr schnell, ein anderer mag länger brauchen.

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Warum landen Hunde im Tierheim?

Jeder Hund kann im Tierheim landen, bzw. in Not geraten. Es gibt viele Gründe:  Trennung, Verlust des Wohnsitzes, Kinder, die in die Familie kommen, Veränderung der beruflichen Situation, Problemverhalten, Krankheit oder Tod. Oder man ist den Hund einfach und leid und will ihn  loswerden.

Wie finde ich einen passenden Hund aus dem Tierschutz?

Es gibt sehr viele Tierschutzorganisationen, die Hunde vermitteln.  Ist die Vorgeschichte des Hundes bekannt, weiß man, was einen erwartet und kann sich darauf einstellen.

Viele Vereine wollen die Interessenten kennen lernen, bevor sie ihnen einen Hund übergeben.  Möchte man einen Hund einer bestimmten Rasse übernehmen, findet man meist Organisationen, die sich darauf spezialisiert haben.  Auch Welpen finden sich im Tierschutz.

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Bei Rassehunden geht man davon aus, bestimmte Eigenschaften zu bekommen, doch dies variiert auch stark. Nicht jeder Labrador ist familientauglich und bringt große Freude am Apportieren mit.  Auch der Hund vom Züchter entwickelt sich oft nicht so wie erwartet – Gehirne sind keine leeren Festplatten, die nach Lust und Laune programmiert werden können. Ein Welpe bringt genetische Dispositionen an Charaktereigenschaften und Motivationen mit.

Ein guter Tierschutzverein kennt seine Schützlinge und vermittelt sie an die passenden Menschen. Eine Bordeauxdogge wird bei Marathonläufern sicher nicht besonders glücklich werden. 

 

8 Antworten

  1. avatar Frl. Schwarz sagt:

    Stimmt. In den Tierheimen sitzen eine Menge toller Hunde….allerdings wenn man den Beschreibungen mancher Organisationen gkaubt, so sind das deutlich mehr als in der Realitaet. Natuerlich koennen auch Probkemhunde tolle Hunde sein, aber dazu brauchen sie den richtigen Mensvhen und die richtigen Bedingungen und um die zu finden muessen alle bekannten Karten offen auf den Tisch.

    Es waere wuenschenswert, wenn Tierschutzvereine dann auch ehrlich sind, wenn es um Problzonen geht, was leider nicht immer der Fall ist. Bei Vermittlungen um jeden Preis werden absichtlich Informationen zurueckgehalten. So stellt sich leicht mal heraus, dass der gut sozialisierte Rassehund mit Papieren, der fuer eine anspruchsvolle Aufgabe im Tierheim ausgesucht wurde, in Wirklichkeit ein Vermehrerhund mit diversen Sozialisierungsschaeden ist und dass das Tierheim das wusste.

    Solange in dieser Weise vorgegangen wird, kann ich verstehen, wenn Mensvhen das Risiko scheuen. Nicht weil es beim Tierschutz keine tollen Hunde gibt. Und nicht weil sie nicht mehr lernen koennen. Sondern weil Hunde auf die Art nur zu oft bei den falschen Menschen landen.

    Leider hapert es oft sowohl an der Faehigkeit der Mitarbeiter, Problemverhalten im Ansatz zu erkennen….wie auch zuweilen an der Bereitschaft dieses mitzuteilen. Gluecklicherweise trifft das nicht auf alle Tierschutzvereine zu, wir haben da ueberwiegend gute Erfahrungen gemacht. Aber ob die Beschreibung ehrlich war weiss ein Interessent meist erst hinterher.

  2. Ein toller Artikel, danke!
    Ich habe eine Hündin vom ADRK-Züchter und neuerdings einen bulgarischen Straßenmix aus dem Tierschutz. BEIDE haben ihre Baustellen, aber wer hat das nicht? Wenn man sich nicht mit Verhalten und Gewohnheiten anderer Lebewesen befassen, auseinandersetzen und vertraut machen möchte sollte man sich kein Haustier zulegen. Einen Garant für ein unproblematisches Züchter-Tier gibt´s nicht http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif

  3. avatar Tanja sagt:

    Ich habe einen „Problemhund“ aus dem Tierschutz und er hat und hatte seine Probleme. Aber er lernt besser als mein Ersthund (der ist zwar ebenso Second Hand… dennoch). Momentan habe ich auch einen Pflegehund aus dem Tierschutz. Auch dieser hat Probleme. Dafür ist er ja nun auch hier. Es gibt aber massig Tiere im Tierschutz, die „normal“ sind.

    Alle diese Hunde aber beweisen mir: Sie sind sehr dankbar. Jeder Hund auf seine Art.
    Und sie lernen alle. Hervorragend.

  4. Unser Hund ist aus dem ungarischen Tierheim. Über Herz für Ungarnhunde wurde der an uns vermittelt. ca. 5 ahre alt, kleiner schwarzer Terriermischling. Der ist so toll!!! Wir haben das absolut nie bereut. Das ist unser erster hund und gleich ein Volltreffer. Und auch mit 5 Jahren konnten selbst wir als Anfänger ihm schon einige Grundkommandos beibringen.

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