mensch-hund-freund – Susan Marti

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DSC_2563-Groß Deine Hundeschule

Warum hast du die Hundeschule gegründet?

Der Grund war: mein Hund. Unser drittes „Familienmitglied“ ist ein Deutscher Pinscher, welchen wir in seiner zwölften Woche übernahmen und dem wir zu jener Zeit, und als Ersthundealter, überhaupt nicht gewachsen waren. Ich bekam und fand in den üblichen Hundeschulen weder Hilfe noch Unterstützung. Die Trainer, und natürlich auch ich, waren mit meinem überaus aktiven Pinscher total überfordert. Die Verzweiflung und Frustration waren riesig.
Dank einem Zufall, einem Bericht in unserer Tageszeitung, fanden wir eine „etwas andere“ Hundetrainerin, Eva Zaugg. Eva hat schon zu jener Zeit, also vor mehr als 13 Jahren, in der Schweiz das Clickertraining unterrichtet. Ich erlernte das Markertraining von Grund auf und endlich hatte ich Zugang zu meinem Hund.

Nach ersten Jahren mit intensivem Training durfte ich als Hilfstrainerin bei Eva Zaugg mittun und fand so den Einstieg zur Hundetrainerin. Darauf folgte die Ausbildung zur zert. Hundetrainerin SKN und zur zert. Welpen- und Junghundetrainerin und schlussendlich zur Gründung meiner eigenen Hundeschule.

Was macht Deine Hundeschule besonders?

Es ist mir sehr wichtig in meinen Trainings, Menschen auf ihre Hunde zu sensibilisieren und ihnen die Liebe zum Lebewesen Hund zu vermitteln. Ich will mit viel Spass und Freude, Freundschaft und Kameradschaft zwischen Mensch und Hund aktivieren und festigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich, den Menschen die „Hundesprache“ näher zu bringen. Sie sollen ihre Hunde verstehen lernen und ihre Bedürfnisse und Gestik deuten und entsprechend darauf reagieren können.

Jedes Mensch-Hund-Team hat Anrecht auf ein persönliches angepasstes Training.
Was heisst für Dich Markertraining und was ist das Besondere daran?

DSC_1858-GroßWas heißt für Dich Markertraining und was ist das Besondere

Markertraining ist Kommunikation und Kooperation auf einfache, sichere und klare Art. Das Training mit Marker verstehen Hund, Pferd, Katze, etc… sehr schnell. Das freudige Mitarbeiten wird mit entsprechenden Belohnungen gefördert und Vertrauen und Freundschaft werden rasch aufgebaut.

Warum findest du die Arbeit mit Hunden so unwiderstehlich?

In meinem ehemaligen Beruf als Pharma-Assistentin hatte ich sehr viel mit Menschen und ihren Problemen, Freuden, Sorgen, Ängsten und Bedürfnissen zu tun. Daraus entwickelte sich in all den Jahren viel Gespür und Wissen über das „Wesen“ Mensch, dessen Empfindungen, Emotionen. Nun ist das einmalige Lebewesen Hund zu diesem Umfeld, zu diesem Kreis, hinzugekommen und ich versuche diese zwei Individuen zusammenzuschweissen.

Für mich ist die Arbeit mit Mensch und Hund dann grossartig, wenn sich der Hund mit Hilfe seines Menschen, mit Liebe, gegenseitigem Vertrauen, Verständnis, klaren Grenzen, mit viel Spass und Freude zu einem „lachenden“, fröhlichen Partner entwickelt.

Was sollten Hundehalter unbedingt über ihren Hund verstehen?

Wenn es nur eine Sache gäbe, die sie wissen müssten, was wäre das?

Hunde sind Lebewesen mit Emotionen wie Angst, Freude, Unsicherheit, Lust, Spass, Ärger, Furcht, Trauer, Liebe, etc.. Diese Emotionen zu erkennen und darauf entsprechend reagieren zu können, ist das A und O des Zusammenlebens mit unseren Hunden.

Warum sollten HundehalterInnen eine Hundeschule besuchen oder Einzelstunden buchen?

Es gibt doch so viele Informationen im Internet oder in Büchern – reicht das nicht?

In Büchern und im Internet findet Jedermann Rezepte, die vielleicht passen und vielleicht eben nicht. Oft sind es auch gegenteilige Aussagen, die für den Laien schwer zu verstehen sind. Die korrekte Umsetzung eines dieser Rezepte verlangt oft viel Wissen über die Lerntheorie oder die Kynologie. Fehler können Frust oder Aggression bei Mensch und Hund auslösen und dies ist eine schlechte Basis für ein schönes Zusammenleben. In einer Hundeschule, mit einem gut ausgebildeten Trainer, können Fehler vermieden werden. Mit Trainings, welche für jedes Team speziell angepasst sind, wird die Lust und Freude zur Zusammenarbeit enorm gefördert.

Wer übt schon gerne alleine, ohne irgendwelchen Zuspruch oder Anerkennung. In einer guten Hundeschule wird ein Mensch-Hund-Team immer wieder neu motiviert, korrigiert, geachtet, gelobt und weiter entwickelt.

Welche DSC01025-Großdrei Verhalten sollten HalterInnen mit ihren Hunden trainieren?

Umorientierung, Rückruf, Abbruchsignal

Was war die peinlichste (aber lustige) Situation, in die Du mit Deinem Hund geraten bist?

Auf einem Campingplatz wurden wir von Nachbarn zu einem Glas Wein eingeladen. Da diese Nachbarn hundefreundlich waren, durften wir auch unseren Hund mitbringen.

Wir sassen im Vorzelt ihres Wohnwagens, als Akira, unsere deutsche Pinscherhündin, der Meinung war, sie wolle jetzt mal nachschauen, wie es in diesem Wohnwagen wohl aussähe. Wir unterbanden dies und schickten sie wieder auf ihre, von uns mitgebrachte, Decke zurück.

Nicht lange darauf versuchte Akira es erneut und die Nachbarn meinten: “Lasst sie doch nachschauen, wie es bei uns ausschaut“. Also durfte sie reinklettern. Da wir ja nicht auch noch so einfach in einen fremden Wohnwagen einsteigen wollten, beobachteten wir von aussen, was unser Mädchen so machte. Sie schnupperte alles ruhig ab und legte sich dann, gemütlich und entspannt, in die Mitte des Wohnwagens auf den Boden. Die Nachbarn meinten, dies sei so okay, wir dürften sie ruhig dort schlafen lassen.

Wir genossen das Apero und die „Hausfrau“ stand irgendwann auf, um Nachschub zu holen. Sie betrat den Wohnwagen und meinte: „Wo ist den Akira?“. Auf einmal hörten wir ein lautes Lachen; unser Hund hatte es sich im Bett ihres Mannes gemütlich gemacht. Uns war das Ganze sehr peinlich und wir haben uns natürlich entsprechend entschuldigt.

Dies war der Beginn einer schönen Freundschaft, nicht zuletzt wegen dieses lustigen Zwischenfalls. Seit dieser Zeit sind eben diese Nachbarn und wir gute Freunde geworden und wir treffen uns fast jedes Jahr wieder.

Wann hast Du das letzte Mal über Deinen Hund gelacht – und warum?

Ich lache jeden Tag zusammen mit und über meinen Hund. Wenn wir nur schon vom Gassigehen nach Hause kommen, das Geschirr ausziehen und sie ein lustiges wouwouawouewoa (bin wieder dahaa/zu hause!) von sich gibt oder, wenn sie wieder mal mit dem ganzen Kopf in einem Mausloch verschwunden war und dann daraus „herauskommt“: total verdreckt und voller Erdklumpen ist, aber fröhlich und zufrieden.

Oder wenn sie wieder mal „Prinzessin“ spielt, sich hinter dem Vorhang versteckt und nur die Nase darunter hervorschauen lässt, so auf sich aufmerksam macht, um zu bemerken: Ich bin dann auch noch da…

Welches war Dein liebster/bester Trainingsmoment?

Als meine Akira das erste Mal den Futterdummy ins Maul nahm und diesen auch noch zu mir zurückgebracht hat.

Was hast du selber durch das Training mit Markersignalen gelernt?

Genaues Hinschauen, Erkennen, Handeln oder Handeln lassen und mit Freude Belohnen.

Welche Webinar, Bücher, DVDs oder Trainignsprogramme sollten unsere LeserIinnen unbedingt lesen/schauen?

Es gibt sooo viele, dies ist nur eine kleine Auswahl:

Emotionen einschätzen, Hunde verstehen
Robert Falonier-Taylor, Peter Neville, Val Strong

Wer denken will, muss fühlen / Mit Herz und Verstand zu einem besseren Umgang mit Hunden
Elisabeth Beck

Rex and the City
Paul Mc Greevy

Calming Signals, Die Beschwichtigungssignale der Hunde
Turid Rugas

Fit for Life – Was Welpen wirklich lernen müssen
Helen Zulch, Daniel Milly

Der hyperaktive Hund
Maria Hense

100 Wege zum perfekt erzogenen Hund
Sarah Fisher und Marie Miller

SitzPlatzFuss – Bookazin für anspruchsvolle Hundefreunde

Für Schweizer:
Tier im Recht Transparent
Gieri Bolliger, Antoine F. Götschel, Michelle Richner, Alexandra Spring

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