Stell Dir mal vor…

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…Du wärst Dein Hund. Wäre es Dir möglich, Dich mal einen Tag lang in die Lage Deines Hundes zu versetzen?

Von Anfang an

Beginne gedanklich schon an dem Tag, wo Dein Hund bei Dir eingezogen ist. Du hast ihn zu dir geholt, er hatte keinerlei „Mitspracherecht“. Du hast Dir sicher Gedanken gemacht, wie er bei Dir leben soll. Du hast ein Hundebett gekauft, eine Leine, ein Halsband, ein Geschirr und Spielzeuge. Du hast tolles Futter gekauft und leckere Knabbereien. Du hast Dir Urlaub genommen, um ihn eingewöhnen zu können. Und er hat sich eingewöhnt.

Nun beobachte Deinen Hund mal einen Tag lang unter den Bedingungen, die Du ihm erschaffen hast.

Mahlzeit!

der-bananenbaer Wie frisst Dein Hund? Steht er mit Appetit bereit, wenn Du ihm sein Futter zubereitest? Es gibt Hunde, die sehr mäkelig fressen. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Hunde  meiden Futter, wenn sie merken, dass es ihnen nicht bekommt.

Evtl. steckt auch ein gesundheitliches Problem dahinter. Wie oft hören wir noch den Rat von anderen: Nimm ihm das Futter nach 15 Minuten weg! Und dann stellst Du es ihm später wieder hin! Sonst verwöhnst Du ihn! Frei nach dem Motto: der Hunger treibt es schon rein. Vielleicht schmeckt es ihm aber auch einfach nicht. Wenn ich jeden Tag Blumenkohl essen müsste, wäre ich sehr unleidlich.

Die Liegeplätze

baxter-haengt Sucht Dein Hund gern sein Hundebett auf? Hunde sollten sich ihre Ruheplätze selbst aussuchen dürfen. Wir richten unser Schlafzimmer ja auch nach Belieben ein und kaufen ein Bett, welches uns gefällt.

Hunde haben ganz unterschiedliche Vorlieben, was die Beschaffenheit und den Standort ihrer Schlafplätze angeht. Mein erster Hund brauchte immer etwas mit Rand und er liebte Rattankörbe. Mein zweiter Hund ist Bauarbeiter und verräumt alle Decken zu einem Knäuel, um sich daran zu quetschen. Wenn Du merkst, dass Dein Hund sich lieber woanders hinlegt als in sein Hundebett, verändere die Position und das Bett. Vielleicht steht es im Durchzug oder an einem unruhigen Ort.

 

Das Handling

jabari-gibt-fuenf Wie verhält sich Dein Hund, wenn Du ihm Geschirr oder Leine anlegst? Seine Pfoten sauber machst oder in seine Ohren schauen möchtest? Dreht Dein Hund sich bei solchen Handlungen weg, beschwichtigt und zeigt Unwohlsein, verbessere Dein Handling. Sag ihm an, was Du mit ihm machen möchtest. Belohne ihn hochwertig für das Erdulden körperlicher Manipulationen.

Mach es ihm so angenehm wie möglich, denn das sind Dinge, die er täglich über sich ergehen lassen muss. Beobachte Dich, wie Du Dich körpersprachlich verhältst. Beugst Du Dich oft über ihn? Bist Du unsanft, atmest schwer oder bist ungeduldig? Mit kleinen Veränderungen kannst Du Deinem Hund gut helfen.

Spaziergänge

Wie laufen Spaziergänge ab? Habt Ihr Erzfeinde, die Deinen Hund sehr aufregen? Wie reagierst Du? Wenn Dein Hund Artgenossen oder Menschen anpöbelt, hat er einen Grund. Finde diesen Grund! Hat er Angst, ist er wütend, was regt ihn auf? Schaffe Distanz, hilf ihm diese Situationen zu meistern. Er zeigt dieses Verhalten nicht, um Dich zu ärgern.  Beobachte Deinen Hund gut und lerne ihn zu lesen. So kannst Du zeitig reagieren und erkennst, wie Du ihm helfen kannst. Strafe ihn nicht dafür, er hat bislang noch nicht gelernt, anders zu reagieren.

Auto fahren

henry-im-auto Fährt Dein Hund gern Auto? Welches Verhalten zeigt Dein Hund rund ums Thema Auto? Mein Hund mag es nicht, wenn ich den Kofferraumdeckel schließe. Deswegen schleicht er schon auf das Auto zu. Ist er drin, entspannt er sich schnell und fährt ohne Probleme mit.

Ich versuche deswegen, ihm das Schließen des Kofferraumdeckels so angenehm wie möglich zu machen. Wir fahren jeden Tag Auto, daher möchte ich, dass er nicht jeden Tag sich mehrmals stark unwohl fühlt.

 

Fremde Menschen und Hunde

bach-und-co Wie reagiert Dein Hund auf fremde Menschen und Hunde? Ist er offen und zugänglich für Interaktion? Oder braucht er Zeit und möchte lieber Abstand? Viele Hundebesitzer möchten gern, dass ihr Hund mit anderen spielt. Ihr Hund möchte das aber gar nicht.

Betrachte Deinen Hund genau bei Begegnungen! Ist er bereit für Kontakt? Möchte er vom Menschen angefasst werden? Auch hier kannst Du ihm im Alltag wunderbar helfen. Bemerkst Du, dass ihm der andere Hund überhaupt nicht gefällt, führe ihn aus der Situation. Schütze ihn vor fremden Menschen, die ihn streicheln wollen. Erkenne seine Wohlfühldistanz und sorge dafür, dass alle sie einhalten.

Hast Du etwas erkannt?

Wie war der Tag? Hast Du Deinen Hund genau beobachtet? Mach dies ruhig öfter und in verschiedenen Situationen. Schreib Dir auf, was Dir auffällt, um besser verstehen zu können, wie Du Deinem Hund helfen kannst. Je weniger Stress und unangenehmen Situationen er ausgesetzt ist, desto harmonischer und einfacher wird Euer Zusammenleben.

8 Antworten

  1. avatar Bianca Theis sagt:

    Mh… sooo „neuartig“ und ungewöhnlich finde ich persönlich das jetzt nicht… Es sollte doch eigentlich das „Normalste“ der Welt sein, seinem vierbeinigen Freund, Kumpel, Familienmitglied ein wenig „Selbstbestimmung“ zu gestatten…
    Unsere Hunden schlafen wo sie wollen, sie zeigen uns, was sie gerne futtern und was nicht, und was die Sozialkontakte angeht lernen wir jeden Tag aufs Neue von ihnen… für uns sind unsere Hunde nicht „nur“ Hunde, sie gehören zur Familie, und genauso werden sie von uns akzeptiert und behandelt… aber sie sind und bleiben Hunde, kein „Kindersatz“ o.ä. Und das dürfen und sollen sie bleiben! Dennoch, toller Artikel, sehr interessant und klasse geschrieben!

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