Ziel erreicht

Beitrag 3 von 3 der Artikelserie: Trainingstagebuch Satchmo
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Alles wird gut – Alternativverhalten

Bei Hundebegnungen zeigt Satch jetzt auch ein Alternativverhalten. Er lernt, dass er selber der unangenehmen Situation entfliehen kann und hat dabei deutlich weniger Stress als vorher.

Er lernt also mit dieser Situation umzugehen. Das gibt ihm Sicherheit. Dieses Verhalten kann er aber erst abrufen, wenn ich an der Emotion arbeite. Er bleibt ansprechbar und ist damit in der Lage, zu denken und zu handeln.

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Emotionen verändern

Und um die Emotionen zu verändern, muss ich eben jeden kleinsten Schritt in die richtige Richtung clickern. Es ist toll für Satch, wenn er nur schaut, ohne zu knurren, und sich dann abwenden kann.

Ist die Distanz groß genug, kann er sich jetzt abwenden. Das ist so ein genialer Fortschritt. Als das das erste Mal passierte, habe ich fast geheult.

Ist die Distanz zu klein, wird er zwar immer noch steif und je nach Hund knurrt er auch. Aber ich kriege ihn immer besser wieder runter.

Wenn ich genau aufpasse, dann kriege ich ihn auch ohne knurren an dem anderen Hund vorbei, die Augen auf mich gerichtet.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Klar gibt es immer wieder Ausnahmen wie gestern als ein Hund massiv Satchmos Distanz unterschritten hat – und das gleich zweimal hintereinander. Dann passiert es mir schon mal, dass ich in unsere negative Spirale reinkomme.

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Die etwas anderen Begegnungen

Aber es gibt eben auch immer mehr die Begegnungen wie heute, bei der uns ein großer schwarzer Rüde entgegen kommt, mein Hund stocksteif stehen bleibt, auf ein „Satch“ sich abwenden kann (was für eine Leistung, den Feind im Rücken!!!) und freudig bei mir sein Leckerlie erwartet, was dann weg von dem anderen Hund fliegt.

Diese Momente gibt es immer häufiger und mittlerweile ist mein Stresspegel bei Hundebegegnungen viiiiel niedriger als noch am Anfang. Ich hoffe, dass wir das weiter ausbauen können, so dass Satchmo irgendwann vergisst, steif zu werden und gleich freudig neben mir herläuft.

Ich bin zuversichtlich, wir markern seit 5 Monaten und machen solche Fortschritte. Davor hatten wir 5 Jahre das alte Verhalten!

Also an alle, die ebenfalls verzweifeln: Es gibt positive und schöne Wege, um den Leinenpöbler loszuwerden, d.h. ohne Hilfsmittel oder gar Zwang.

Für uns jedenfalls ist es der richtige Weg und ich hoffe, dass wir bald das nächste Ziel schaffen.

März 2012

Mittlerweile schafft es Satch auch auf geringer Distanz zu anderen Hunden ein Alternativverhalten zu zeigen. Das ist bei ihm meistens Frauchen anschauen oder schnüffeln. *tschakka*.

Auch ich werde immer entspannter und mittlerweile hängt sogar die Leine vollständig durch.  Ich nehme sie nicht mehr zur Sicherheit schon kurz, wenn ich den Hund nur sichte.

September 2012

Ein Jahr nach dem Seminar können wir nun auch an Hunden vorbeigehen, die stark fixieren und Satch auf geringe Distanz anmachen. Als Alternativverhalten wirkt bei uns immer noch Schnüffeln am Zuverlässigsten.

Außerdem schafft er es nun fast immer, mich auf das Signal hin anzuschauen, wenn wir an einem anderen Hund vorbeigehen, egal mit welcher Distanz, Wow! Und wir sind immer noch soooo entspannt. Ich hätte es nie für möglich gehalten!

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Dezember 2012

Es ist alles noch einfach so entspannt und ich warte und warte auf den Rückfall. Mir werden immer mehr Hunde freiwillig angezeigt und er zeigt weiterhin Alternativverhalten, auch ohne meine aktive Unterstützung. Klar gibt es noch Situationen, in denen ich weiß, dass es schneller mal schief gehen kann, aber auch die sind nach wie vor händelbar und laufen ruhig ab. *yeah*

Wenn überhaupt, dann gibt es ein “Wuff” und danach ist er gleich wieder bei mir.

Ziel erreicht

Das völlige panische Abticken hatten wir nun sehr lange nicht mehr.

Wir haben unser Ziel mehr als erreicht. Und das deutlich schneller und zuverlässiger als mit allen Methoden zuvor.

6 Antworten

  1. aber man kanns auch ohne clicker positiv aufbauen!!

    • avatar Julia sagt:

      Es hat ja auch niemand etwas anderes behauptet…
      Es wird von „reinmarkern“ geredet, das bedeutet nicht, dass man unbedingt und zwangsläufig einen Clicker in der Hand haben muss.
      Ich benutze sowohl den Clicker als auch einfach das Markerwort „Click“.
      Und zu dem Thema, ob der Hund es wirklich hört: Ja, er bekommt es mit. Auch beim Pöbeln bekommt er (unbewusst) den Click und damit positive Emotionen mit. Und genau DARUM geht es in erster Linie im Reinclickern vom unerwünschten Verhalten, das er nicht bewusst steuern kann.

      • avatar Julia sagt:

        Und zu dem Abstand noch einmal:
        Klar ist es das Ideal, dass ich, solange ich trainiere, keinen Hund auf überschreitender Distanz an meinen Hund heranlasse bzw. versuche auszuweichen.
        Aber in der realen Welt ist leider nicht alles ideal!
        Und somit geschehen auch Situationen, wo ein Ausweichen schlichtweg nicht möglich ist und auch diese Situationen müssen gehändelt werden.

  2. avatar Vanessa sagt:

    Ahh… da bekomm‘ ich beim Lesen schon Gänsehaut. So eine erfreuliche Entwicklung, tut gut, das zu lesen. Unsere Hündin kommt aus dem TS und kannte nichts, als sie hier ankam. Ein Jahr lang haben wir bis jetzt trainiert, damit sie den Straßenverkehr nicht mehr so fürchtet. Was in der Stadt gar nicht so einfach ist. Nach und nach kamen andere Probleme dazu, während wir mit den Autos, Transportern und co. Fortschritte machten. Unter anderem jetzt auch Leinenpöbelei. Ich klickere fleißig, wir stehen noch ganz am Anfang, das Problem ist noch nicht vor allzu langer Zeit an die Oberfläche gelangt, davor war die Fahrzeuge für sie einfach viel zu wichtig. Ich hoffe, wir kriegen das gut in den Griff. Und ich bis schon gespannt, welches Problem danach auftaucht… 😉

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