Beitrag 2 von 5 der Artikelserie: Der Hund im Gleichgewicht
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Dein Hund hat Baustellen, die das Zusammenleben mit dir schwierig gestalten? Zum Beispiel ist er sehr „Aussenwelt-fokussiert“ und sucht bewusst fortwährend nach Auslösern, z.B. Enten oder Krähen?

Nimm dieses Bedürfnis in deinen Trainingsplan für deinen Hund auf. Stärke diesen Sinn „Sehen“ – mit den Augen suchen – ganz gezielt und erarbeite dir damit gleichzeitig die hohe Kooperation deines Hundes!

Verhalten stimulieren

Es ist sehr einfach „Augenhunden“, z.B. Hütehunden und Sichtjägern, das Gucken auf Signal zu trainieren. Wir stimulieren das erwünschte Verhalten „gucken“ und belohnen es.

Um das Gucken zu anzuregen, verknüpfst du ein gut sichtbares Target, einen Gegenstand (GG), mit einer tollen, sehr hochwertigen Belohnung.

Gut sichtbar bedeutet, der Gegenstand ist weiss, blau oder kontraststark weiss/schwarz. Das sind die Farben, die der Hund am besten wahrnimmt. Dafür eignen sich Fähnchen aus dem Dummytraining oder auch einfach helle Putzlappen.

Target verknüpfen

Target verknüpfen - Zum Vergrößern aufs Bild klicken Fähnchen Pippi

Nach nur wenigen Wiederholungen löst das Target unwillkürlich eine positiv gestimmte Erwartungshaltung beim Hund aus.

Den Lappen hängst du nun in einen Busch auf Augenhöhe des Hundes und kannst so mit dem Targettraining „Gucken“ starten. Starte am Anfang in kurzer Distanz zum Target!

Verloren-Spiele

Der Sehsinn wird auch durch Verloren-Spiele unterstützt und befriedigt. Du förderst so das Suchen mit den Augen bewusst und lenkst es in erwünschte Bahnen!

Auch die verlorenen Gegenstände müssen zu Beginn gut sichtbar ausgelegt werden: Wähle erst einen grösseren, kontraststarken Gegenstand, den du frei liegend auf dem Weg „verlierst“.

Du darfst weg von mir!

Dein Hund muss oft an der langen Leine laufen? Diese Einschränkung kann für den Hund auf Dauer sehr frustrierend wirken!

Baue gerade deshalb diese Spiele mit den sichtbaren Targets und Gegenständen auf.

Du bietest deinem Hund so die Möglichkeit, sich unter kontrollierten Bedingungen von dir weg zu bewegen.

Der Hund kann seine Umwelt erkunden. Das beugt Frustration, Stress und damit Verhaltensauffälligkeiten vor!

Langsam und entspannt

Pippi ist ein trainingsgewohnter Hund. Sie ist auch ein sehr schneller Hund.

Mir ist es wichtig, dass sie auch langsamer und damit entspannter unterwegs ist – wenn nötig, mit meiner zusätzlichen Unterstützung.

Im folgenden Video habe ich eine Verloren-Suche mit Erkundungsverhalten verknüpft.

Umschalten vom hochkonzentrierten „Vollspeed-Arbeitsmodus“ in langsameres Erkundungsverhalten:

Zusammen sein – zusammen gucken!

Ich setze mich gerne mit Pippi am Flussufer hin. Sie hat gelernt, Reize (z.B. Ratten am Flussufer) ruhig zu beobachten.

Nur wenn das Erregungsniveau nicht zu hoch ist, kann ruhiges Beobachten stattfinden. Ich wähle also die Distanz zur Ratte so, wie es ihre aktuelle Tagesverfassung zulässt, um „einfach“ Gucken zu können. So kann ich sie gut eine Weile in ihre eigene Welt abtauchen lassen.

Ratten beobachten

Es gibt unzählig viele Möglichkeiten, was gemeinsam mit dem Hund beobachtet werden kann:

  • andere Hunde
  • Vögel
  • das bunte Treiben im Park

Vermeintlich weniger – ist tatsächlich mehr

Zusammen sein und zusammen gucken entschleunigt so manchen hektischen Alltag von Hund und Mensch.

 

Es sind für mich diese kurzen Momente, die mich immer wieder verzaubern: die Verbundenheit mit meinem Hund bewusst zu erleben und zu spüren.

7 Antworten

  1. avatar Susanne sagt:

    Hallo Eva,
    ein sehr schöner Artikel. Tolle Trainingsansätze auch für meinen jagdbegeisterten Augen-Aussie. Entschleunigung, Ruhe, Sitzen und zusammen schauen, Entspannung, Verlorensuche usw. stehen bei uns im Trainingsplan auch ganz oben.
    LG
    Susanne

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