Print Friendly

Das Buch geht beim Zusammenleben mit Hunden von einem Eltern-Kind-Modell aus: Eltern sind dafür verantwortlich, dass es dem Hund emotional und körperlich gut geht und sie sind auch dafür verantwortlich, dass ihr Hund sich zu benehmen weiß.

Tauchen Probleme auf, werden diese nicht durch die Dominanzbrille gesehen und damit als Beziehungsproblem definiert, sondern die AutorInnen weisen immer wieder darauf hin, dass in der Regel der aktuelle Erregungszustand der Hunde das Problem ist.

Es ist deshalb wichtig, die Hunde genau zu beobachten, um Konfliktsituationen zu erkennen und vorausschauend eingreifen zu können.

Das A und O ist es also, dass die Hunde Selbstkontrolle und Gelassenheit lernen und der Mensch einen verlässlichen Umgangsstil zeigt. Grenzen sollen da gesetzt werden, wo sie sinnvoll sind, aber nicht aus grundsätzlichen Überlegungen.

Die AutorInnen gehen auf alle wichtigen Bereiche in der Mehrhundehaltung ein:

  • Was sind gute und schlechte Gründe einen zweiten Hund ins Haus zu holen? Was sollte bei der „Familienplanung“ beachtet werden?
  • Worauf muss beim Einzug des neuen Familienmitglieds geachtet werden? Wie beeinflussen sich die Hunde gegenseitig (Zweiterhund-Syndrom) und wie geht der Mensch damit um?
  • Was müssen die Hunde lernen? Wie läuft das Füttern für alle geregelt ab? Was ist bei Spaziergängen zu beachten?
  • Worauf muss ich beim Zusammenleben achten: wie vermeide ich Konflikte und erkenne Stress?
  • Was mache ich, wenn es Zoff gibt? Was können die Auslöser sein und welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?

Das Buch richtet sich an HundehalterInnen, die darüber nachdenken, einen Zweithund in die Familie zu nehmen, aber auch Menschen, die bereits mehrere Hunde haben, finden hier neue Ideen.

fantastisch

Abseits von allen Rangordnungs- und Dominanzgeschichten beschreibt das Buch wunderbar, wie das Zusammenleben mit mehreren Hunden eine Bereicherung sein kann.

Es ist so wichtig, dass HundehalterInnen erkennen, dass es am wichtigsten ist, ihren Hunden Selbstkontrolle und Gelassenheit beizubringen – nicht nur im Mehrhundehaushalt. Hunde sollten  lernen, sich zu entspannen (hier hätte ich mir noch eine genauere Anleitung gewünscht).

Wie Stimmungsübertragung sich auswirkt und dass ein ausgeglichenes „Wohlfühlbudget“ (ein schönes Wort) nötig ist, wird sehr deutlich betont. Und das dafür der Mensch verantwortlich ist.

Immer wieder auch der Hinweis, dass Hunde Konflikte nicht „untereinander ausmachen“ sollen, sondern dass der Mensch die Verantwortung trägt und mit vorausschauendem Handeln viele potentielle Konfliktsituationen entschärfen kann. Und ganz wichtig: zeigt der Hund von sich aus deeskalierendes Verhalten, dann soll das verstärkt werden!

Ich habe den positiven Aufbau eines Unterbrechersignals vermisst. Der Trainingsanleitung baut das Signa über Frust auf, das aber erzeugt unnötigen Stress, der ja sonst immer vermieden werden soll.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Das Buch ist wunderschön aufgemacht, beim ersten Durchblättern habe ich Lust auf mehr bekommen: ein gut gegliedertes Inhaltsverzeichnis gibt einen Überblick darüber, was mich erwartet, informative Überschriften führen durchs Buch und qualitativ hochwertige Bilder mit aussagekräftigen Beschreibungen laden zum genaueren Hinschauen ein.

Madeleine und Rolf C. Franck leben in Wulsbüttel und betreiben gemeinsam die „Partnerschule für Mensch und Hund“. Unter dem Namen „Blauerhund“ veranstalten sie Ausbildungskurse, Seminare und Vorträge für Hundebesitzer. Ihre fünfköpfige Hundefamilie besteht aus zwei Jack Russell Terriern, zwei Border Collies und einem Sheltie, die sich den Platz auf dem Sofa mit einem Maine Coon Kater teilen müssen.

Broschiert: 128 Seiten

Verlag: Cadmos Verlag (28. März 2013)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3840420229

ISBN-13: 978-3840420221

Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 16,8 x 1,8 cm

 

Eine Antwort

  1. […] Eine Rezension von Angelika Bodein zu diesem Buch gibts auf Markertraining – Hunde Denken. […]

Kommentar schreiben...


https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_negative.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_heart.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_smile.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_whistle3.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cry.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_sad.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_unsure.gif 
https://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif