„Decke“ trainieren

Aktualisiert am 12.02.2013
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Ich hatte einen Terrier aus dem Tierschutz mit seinen Menschen im Training.

Stress im Restaurant

Die Menschen wollten den Terrier gerne ins Café oder Restaurant mitnehmen. Aber diese Besuche stressten den Hund und er schnappte nach den Beinen der vorbei laufenden Personen. Er knurrte und war nicht mehr zu beruhigen.

Die Leute haben den Hund unter den Tisch gezerrt, angemotzt usw., aber nichts hat geholfen.

Deckentraining

Zuerst trainierten wir ein Markerwort. Dann begannen wir mit dem Deckentraining.

Zu Hause wurde im ruhigsten Zimmer eine Decke ausgelegt. Die Menschen setzten sich, mit Leckerchen bewaffnet, auf den Boden und warteten ab.

Sobald sich Terrier Lukas der Decke näherte, hat die Besitzerin gemarkert und dann ein Leckerchen von der Decke weg in den Raum geworfen. Lukas ist hingelaufen und hat es sich geschnappt. Die Menschen saßen weiterhin unbeteiligt am Boden.

Sobald sich Lukas wieder näherte, gab es das Markerwort und wieder ein Leckerchen.

Man glaubt gar nicht, wie blitzgescheit Terrier sein können! Nach wenigen Wiederholungen hopste er nach Füttern des Leckerchens wie von der Tarantel gestochen wieder auf seine Decke.

Trainingspausen

Ich musste die Menschen zu Trainingspausen „zwingen“, so begeistert waren sie von ihrem schlauen Hund. In diesen Pausen haben die Menschen ein bisschen mit Lukas gespielt oder das Lieblingsspielzeug versteckt.

Tägliche Wiederholungen

Die Menschen bekamen die Aufgabe, diese Übung täglich 3 bis 4 Mal zu trainieren.

Signalwort einführen

Als Lukas das Verhalten sicher zeigte, wurde das Signalwort „Decke“ vorgeschaltet.

Die Decke wurde ausgelegt. Der Terrier bewegte sich schon von sich aus auf die Decke zu und das Signalwort „Decke“ wurde gesagt.

Dies wurde ebenfalls einige Zeit wiederholt.

Generalisieren und Ablenkung steigern

Die Menschen bekamen dieses Mal die Aufgabe, die Übung in aufregenderen Räumen des Hauses (Küche oder Flur) zu machen. Wenn dies klappte, sollten sie es dann auch im Garten versuchen.

In kleinen Schritten wurden also „aufregendere“ Übungsplätze gesucht.

Entspannte Restaurantbesuche

Inzwischen gehört die Decke zum festen Equipment, das in Cafés oder Restaurants mitgenommen wird. Dort wird sie unter dem Tisch ausgelegt.

Der Hund legt sich zufrieden darauf und schläft inzwischen sogar. So können die Menschen zufrieden und entspannt den Restaurantbesuch genießen.

Dass diese Übung so schnell klappte, war auch für mich eine ganz erstaunliche Erfahrung.

27 Antworten

  1. avatar Stephie sagt:

    Wir haben mit dem deckentraining auch begonnen da unser aussie nur zuhause zur ruhe kommt! Wenn wir unterwegs sind (zb bei den Eltern oder in einem Restaurant) kommt er nicht zur Ruhe! Auch nicht wenn wir ihn davor ausgelastet haben. Jetzt haben wir begonnen decke zu trainieren aber ich hab das Gefühl er wartet dann nur aufs leckerli und wird auch nicht ruhiger!
    Ich weiß nicht was wir noch machen können, das er sich auch ausserhalb unserer vier Wände entspannt! Vielleicht kann mir von euch jemand helfen?
    lg

    • avatar Rosina sagt:

      Hallo Stephie, nur nicht die Geduld verlieren und auch das ruhige Verhalten deines Hundes auf der Decke belohnen. Dann die zeitliche Verweildauer peu-a-peu steigern (eher langsam als zu schnell) und schließlich an zunehmend „aufregenderen“ Orte üben. Dass sich Ruhiges Verhalten lohnt, haben die wenigsten Hunde von klein auf gelernt, darum ist es umso schwerer je später man damit anfängt. Das wird schon, da bin ich mir ganz sicher. Viel Erfolg weiterhin. Herzliche Grüße Rosina Kersken

      • avatar Sylvia sagt:

        Hallo,
        wir haben einen Border, den ich auch mit auf die Arbeit nehme. Dort bin ich in der Regel stundenweise im Büro und auch viel unterwegs.
        Für die Zeit im Büro würde ich ihm gerne beibringen, entspannt auf der Decke zu liegen.
        Wie verknüpft der Hund den die Decke mit entspannt sein?
        Wenn ich so übe wie oben beschrieben, ist es für ihn wie einen Trick üben und er entspannt nicht wirklich dabei ….

  2. Mit der Auslastung ist das so eine Sache… Viele Aussies, die ich kenne, werden bei körperlicher Auslastung, also Rennspielen usw., nur noch aufgeregter.

    Vielleicht helfen dir diese Artikel weiter:

    http://markertraining.de/training-geh-auf-die-decke/

    http://markertraining.de/reaktiver-hund-na-und-sinnvolle-signale-fur-einen-entspannteren-alltag/

    In diesen Büchern findest du auch viele wertvolle Tipps:

    http://markertraining.de/maria-hense-der-hyperaktive-hund/

    http://markertraining.de/leslie-mcdevitt-stressfrei-uber-alle-hurden-leistungsbereite-hunde-durch-aufmerksamkeitstraining/

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