02 – Hundeschule suchen – was lange währt, wird endlich gut?!

Aktualisiert am 12.02.2013
Beitrag 1 von 3 der Artikelserie: Hundeschule suchen
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Ein Beinahe-Happyend – Teil 2

Wieder hatte ich eine Hundeschule gefunden und wollte es noch einmal versuchen…

Unser erster Besuch bei Regine

Mit einigen Bauchschmerzen (denn unsere letzte Trainererfahrung war ja ziemlich in die Hose gegangen) schrieb ich Regine eine Mail und fragte, ob ich zum nächsten Termin kommen könne. Sie bat mich um eine nähere Beschreibung von Titus und mailte mir dann einige aufmunternden Zeilen zu.

Auf dem Übungsplatz

Vorsichtige Kontaktaufnahme

Ich fuhr also sehr nervös nach Neuss auf den Übungsplatz. Bereits als wir ausstiegen, führte Titus Regine seine Houdini-Künste vor:  er wand sich einfach rückwärts aus dem Geschirr. Zum Glück konnten wir ihn gemeinsam sehr schnell wieder einfangen – trotzdem machte es meine Aufregung nur noch schlimmer.

Der erste Termin auf der Hundewiese war also für uns beide sehr anstrengend – Titus war merklich gestresst, hechelte, konnte sich kaum beruhigen. Er bellte auch noch heftig einen anderen Hund an, der ihm einen kleinen Schritt zu nahe gekommen war.

Keine Überforderung

Regine achtete dennoch sehr darauf, uns beide und auch die anderen Teams nicht zu überfordern. Sie hat eine unheimlich gute Beobachtungsgabe, liest die Feinheiten der Hundesprache und leitet uns als Halter dementsprechend an.

Aufgabe: Herunterfahren

So lautete mein Auftrag zum Beispiel, Titus „einfach“ etwas „herunterzufahren“ und ihn für das Ansehen der anderen Hunde zu markern und zu belohnen. Nach der Stunde, die wir dann doch irgendwann „überstanden“ hatten, nahm sie sich noch Zeit für ein 4-Augen-Gespräch mit mir. Sie gab mir einige Tipps mit auf den Weg, befragte mich noch etwas zu Titus (und lag mit ihren Vermutungen goldrichtig!!!) und erklärte mir noch einige Dinge zum Stundenverlauf.

Wir werden „Wiederholungstäter“

Trotz der Anstrengung, die dieser Termin für uns beide bedeutet hatte, entschied ich mich, wieder zu Regine zu fahren und mit Titus in der Gruppe zu üben. Ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass eine Trainerin ihn und mich verstand und uns praxisnahe Vorschläge machte, wie wir gemeinsam an unserer Baustelle arbeiten konnten.

Auch die Gruppe bedeutete für uns große Sicherheit, denn keiner der Halter lässt seinen Hund einfach laufen – es wird darauf geachtet, dass die Abstände zwischen den Hunden groß genug sind und stressfreies Lernen für alle Beteiligten möglich ist.

Das zweite Mal

Nach etwa vier Wochen fuhr ich das zweite Mal nach Neuss. In der Zwischenzeit hatten wir vom Clickern mit dem „Knackfrosch“ auf ein Markerwort umgestellt. Bereits im Alltag zeigte sich, dass Titus darauf besser reagierte – nicht zuletzt deshalb, weil mein Timing besser geworden war.

Bereits in dieser zweiten Stunde war eine merkliche Verbesserung zu sehen: Titus war insgesamt etwas ruhiger, konnte die anderen Hunde entspannter wahrnehmen und sich immer häufiger zu mir umorientieren.

Entspannung muss sein!

Große Fortschritte

Mittlerweile liegen auch der dritte und vierte Termin bei Regine hinter uns: Ich sehe von Mal zu Mal, welch große Fortschritte Titus gemacht hat. Er orientiert sich besser an mir, probiert neue Strategien aus, anstatt ins Fixieren zu verfallen oder Ausbruchsversuche aus seinem Geschirr zu machen. Sein Stressgesicht ist nicht mehr so extrem ausgeprägt, er hechelt nicht mehr während der Stunde.

In jeder Stunde haben wir neue Tipps und Tricks mit nach Hause genommen, die wir dann fleißig in unseren Alltag integriert haben – Regine setzt die Schwerpunkte der Gruppenstunde immer so, dass sie zu den teilnehmenden Mensch-Hund-Teams passen. Es geht also nicht nur um Z&B, sondern auch um Entspannungstraining, Impulskontrollübungen und vieles mehr.

Was wir gelernt haben

Ich habe gelernt, meinen Hund besser zu lesen, wünschenswertes Verhalten per Marker einzufangen und zu formen, ihm Alternativen aufzuzeigen und dabei (meistens) den richtigen Ton zu treffen. Ich fahre nicht mehr mit Bauchschmerzen nach Neuss, sondern voller Vorfreude.

Titus ist gerade dabei zu lernen, sich auf sein Frauchen zu verlassen – ich schätze, er ist unheimlich froh, dass ich dank Regine gelernt habe, ihm konkret das Angebot „wir erweitern die Distanz zum fremden Hund“ zu machen, denn immer öfter kann er das im Alltag gut mitmachen.

Beinahe-Happyend?

Lebensfreude a la Titus

Einige Leser fragen sich nun vielleicht, warum mein Artikel die Überschrift „ein Beinahe-Happyend“ trägt?

Einerseits sind wir noch lange nicht dort angekommen, wo wir vielleicht eines Tages stehen können. Um neues Verhalten zu formen, braucht es einfach Zeit und Lernen soll ja sowohl dem Menschen, als auch dem Hund Spaß machen!

Nichtsdestotrotz liegen zwischen dem Titus von vor zwei Monaten und dem heutigen Titus Welten! Andererseits bezieht sich die Aussage des „beinahe-Happyends“ auf Regine persönlich: der einzige erkennbare Fehler an ihr ist meiner Ansicht nach, dass sie 130 km von mir entfernt wohnt 😉

 

3 Antworten

  1. avatar Bettina Haas sagt:

    Danke, das ist ein schöner, ausführlicher Artikel. Toll dass du dich so einsetzt, deine Vorstellungen von Hundetraining mit Hilfe des Wissens eines Profis umzusetzen. http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

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