HundGut AllesGut – Daniela J. Braun

Aktualisiert am 31.05.2014
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Deine Hundeschule

Warum hast Du die Hundeschule gegründet? Was macht deine Hundeschule besonders?

Ich habe selbst mit meinem tauben und hyperaktivem Hund die Hundeschule besucht als ich 17 war. Es hat mir die Augen für Hundetraining geöffnet, ich habe Literatur verschlungen und von dem Moment an war klar, dass ich das später machen möchte. Einige Jahre später habe ich den Schritt gewagt und die Ausbildung an der ATN abgeschlossen. Seit dem besuche ich zahlreiche Seminare und Vorträge, weil der Wissensdurst noch immer nicht gestillt ist ;o)

Ich gründete meine mobile Hundeschule vor 6 Jahren, weil ich interessierte Menschen anleiten wollte/will, ihren Hund gewaltfrei zu einem verlässlichen Begleiter zu trainieren – und weil ich mir nichts anderes vorstellen konnte, als Hundetrainerin zu sein. In den Gruppen herrscht ein lockere, entspannte Atmosphäre. Wir treffen uns alle auf Augenhöhe – wir sind ja alle Hundebesitzer.

Daniela Braun

Was heißt für Dich Markertraining und was ist das Besondere daran?

Markertraining bedeutet für mich: positives, gewaltfreies und faires Hundetraining; bei dem das jeweilige Mensch-Hund-Team sein individuelles Tempo bestimmt um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Die Kunst besteht ja darin, den Hund zum Mitmachen zu motivieren und keinesfalls zu zwingen.

Warum findest Du die Arbeit mit Hunden so unwiderstehlich

Ich liebe Hunde und ich mag Menschen ;o)

Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, dass es möglich ist, dass zwei verschiedene Spezien so nah miteinander sind und so intensiv miteinander kommunizieren können. Vor allem die olfaktorischen Fähigkeiten der Hunde hauen mich regelmäßig um. Das ist auch der Grund, warum ich dieses Jahr eine Zusatzausbildung Ausbildung zur Nasenarbeits-Hundetrainerin machen werde.

Was sollten HundehalterInnen unbedingt über ihren Hund verstehen?

Wenn es nur eine Sache gäbe, die sie wissen müssten, was wäre das?

Unbedingt verstehen sollten sie, dass ein Hund ein Lebewesen (kein Ersatz, Stofftier, etc.) ist, welches Rechte und Bedürfnisse hat. Meist haben wir uns den Hund ausgesucht, also sollten wir alles tun, um unserem Hund ein gerechter Begleiter zu sein. Das beste ist, wenn sie verstehen, dass sie keine Rudelführer, sondern  eher wie ein liebevoll konsequentes Elternteil zu ihrem Hund sein sollten.

Warum sollten HundehalterInnen eine Hundeschule besuchen oder Einzelstunden buchen?

Es gibt doch so viele Informationen im Internet oder in Büchern – reicht das nicht?

Nein, das reicht nicht grundsätzlich. Man kann die beste Methode lesen, das Timing lernt man aus keinem Buch. Deswegen lese ich Bücher UND besuche  unterschiedliche Seminare.

Welche drei Verhalten sollten HalterInnen mit ihren Hunden trainieren?

Eine gute Aufmerksamkeit, einen sicheren Rückruf und eine individuelle Gewöhnung an alltägliche Situationen, würde ich als Basis bezeichnen. Alles andere macht auch Sinn, baut aber darauf auf.

Was war die peinlichste (aber lustige) Situation, in die Du mit Deinem Hund geraten bist?

Wirklich lustig, wüsste ich jetzt nicht. Einer meiner Hunde hat drei „Erzfeinde“, die in direkter Umgebung wohnen.

Wenn ich konzentriert bin, ist das mit Click-for-Blick eigentlich kein großes Thema mehr. Manchmal bin ich es nach einem langem Tag eben nicht mehr. Wenn er dann aussteigt und genau sein Erzfeind auf der anderen Straßenseite steht, gibt es lautes Bellen und wenn ich Pech habe, stimmt der andere einfach mal mit ein.

Es dauert etwas, bis sich zwei aufgeregte Hunde mittels Geschirrgriff und Entspannungssignal beruhigt haben. Bis es so weit ist, stehe ich an meinem Auto, wo dick Werbung für die Hundeschule drauf ist, mit zwei lautstark tosenden Hunden. Es dauerte etwas bis ich über die skeptischen Blicke der Passanten lachen konnte. Heute gibt es mir immer das Wissen um den emotionalen Zustand, wenn Neukunden wegen einem ähnlichen Thema anrufen.

Daniela Braun - Touch

Wann hast Du das letzte Mal über Deinen Hund gelacht – und warum?

Über den Beagle muss ich mehrmals täglich schmunzeln. Der lebt in seiner eigenen, kleinen, bunten „Beaglewelt“ und hört bestimmt eine Melodie. ;o) Wenn man ihn unvermittelt anspricht, hat er einen Gesichtsausdruck wie ein verwirrter Professor. Wenn er schläft, hängt manchmal etwas unelegant die Zunge heraus.

Die Molly spielt so selten, aber wenn sie mal ihre dollen 5 Minuten bekommt, geht mein Herz auf und ich strahle über beide Backen ;o)

Welches war Dein liebster/bester Trainingsmoment?

Ich trainierte mit einem Hund, wegen Leinenaggression. Die engagierte Besitzerin hatte ihn mit 12 Monaten verwahrlost vom „Züchter“ übernommen und dann Training bei einem „traditionell arbeitenden“ Hundetrainer gemacht (vor allem mit Leinenruck). Als ich dazu kam, rastete er beim Anblick eines Hundes auf 100 Meter so sehr aus, dass er sich umdrehte und in ihre Beine schnappte. Eine unhaltbare Situation.

Nach ein paar Trainingsstunden mit Click-for-Blick, Geschirr, sehr langer Leine, tollen Leckerbissen und riesigem Abstand, begann er beim Anblick des fremden Hunden von ganz alleine sein Frauchen anzuschauen, entspannt zu stehen und sich dann an sie zu drücken.

Sie hat es bemerkt und um die Bedeutung gewusst. Er hatte wieder Vertrauen zu ihr gewonnen. Gänsehaut pur!

Was hast Du selber durch das Training mit Markersignalen gelernt?

Ich habe dadurch gelernt, was alles eine Belohnung für einen Hund sein kann. Dass mancher Hund innerhalb von 3 Wiederholungen kapiert, worum es geht. Dass Training trotzdem kleinschrittig aufgebaut sein muss. Dass Lernen am Erfolg das nachhaltigste Lernen ist.

Dass Training bei problematischem Verhalten einiges an Kreativität und Geduld verlangt und, dass es sich hundertfach auszahlt, diese Geduld zu investieren.

Welche Webinare, Bücher, DVDs oder Trainingsprogramme sollten unsere LeserInnen unbedingt lesen/schauen?

Das andere Ende der Leine von Patricia McConnell

Calming Signals von Turid Rugaas

Herz, Hirn, Hund von Thomas Riepe

Die Webseiten: markertraining.de & spass-mit-hund.de

 

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