Beitrag 3 von 7 der Artikelserie: Gesundheit Hund
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Immer wieder begegne ich Hunden, die recht schwierig zu trainieren sind. Sie sind kaum zur Konzentration fähig, explodieren wegen Kleiningkeiten und beruhigen sich nur ganz langsam. Meist sind diese Hunde auch von Angst- oder Aggressionsproblemen geplagt.

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Dann gibt es noch den Typus komatöser Hund. Ein fettleibiger Vierbeiner, der sich mit fast nichts motivieren lässt, gesundheitliche Probleme vielfältiger Art hat und beim Spazieren meist nur anteilnahmslos neben her trottet.

Dies können Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein.

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Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Die Schilddrüsenunterfunktion (kurz SDU) beim Hund ist eine Erkrankung die sich durch viele verschiedene Symptome äußert. Man unterteilt diese Krankheit in ein klinisches und subklinisches Erscheinungsbild.

Klinische SDU

  • Trägheit
  • Fettleibigkeit
  • Schlechte Fellqualität (insbesondere nackte Stellen an den Innenschenkeln, nackter Bauch, dünne Behaarung am Bauch, nackter Nasenspiegel)
  • Wassereinlagerungen/Ödeme, besonders im Gesicht
  • Verdauungsprobleme
  • Hautprobleme

 Subklinische SDU

  • hohe Erregbarkeit/hohes Stresslevel/Hyperaktivität
  • aggressives Verhalten
  • ängstliches/panisches Verhalten
  • Unaufmerksamkeit/schlechte Konzentrationsfähigkeit
  • Vermehrtes Hecheln
  • Offene Ohrspitzen
  • Schlechte Wundheilung
  • Untergewicht
  • Herzerkrankungen

Die subklinische SDU beschreibt eigentlich die Vorstufe zur klinischen SDU, bei der dem Körper deutlich messbar die Hormone T3 und T4 fehlen.

Schön ist es, dem Hund schon frühzeitig zu helfen: der Hund zeigt deutlich die oben beschriebenen Symptome, obgleich die Werte im unteren Bereich der Referenzen liegen. Es sollte nicht erst gehandelt werden, wenn Werte kaum noch messbar sind.

Es gibt auch Krankheitsbilder, wo die Symptome einer klinischen und subklinischen SDU kombiniert sind.

Bach Portrait

Das Organ

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, die dicht am Kehlkopf sitzt und Bestandteil eines Regelkreises ist, zu dem noch der Hypothalamus und die Hypophyse gehören.

Die Schilddrüse produziert die Hormone T3 und T4, welche für den gesamten Stoffwechsel, die Aktivität des zentralen Nervensystems und für die körperliche Entwicklung verantwortlich sind. Diese Hormone regeln quasi den Energieumsatz im Körper.

Welche Werte sind wichtig?

Zur Analyse der Schilddrüsenwerte sollten folgende Werte bestimmt werden:

  • Gesamt T4
  • freies T4
  • gesamt T3
  • freies T3
  • TSH

Das TSH ist ein stimulierendes Hormon, welches die Produktion und Ausschüttung der relevanten Hormone fördert. Ist zu wenig T4 und T3 vorhanden desto höher steigt das TSH. 

Daher wird oft als maßgeblicher Wert auch das TSH zur Beurteilung herangezogen.

Beispiel: Mein Hund Bach

Nachfolgend ein Wertebeispiel für T4 und fT4 meines Hundes Bach vom Juli 2008:

Referenzbereich T4:

  • Oberste Grenze: 4.5
  • Unterste Grenze: 1.3
  • Mittelwert wäre demnach 2,9.

Bachs Wert lag bei 1.0

Referenzbereich fT4:

  • Oberste Grenze: 47.6
  • Unterste Grenze: 7.7
  • Mittelwert wäre demnach ca. 28.

Bachs Wert lag bei 7.8

Wichtig: das TSH war nicht erhöht!

D.h. hätte das Augenmerk wie so oft nur auf dem TSH-Wert gelegen, wäre die klinische SDU meines Hundes nicht erkannt worden. Leider nehmen viele Tierärzte immer noch diesen Wert als ausschlaggebendes Kriterium.

Es ist oft der Fall, dass bei Hunden das TSH nicht erhöht ist, obwohl sie an einer SDU leiden.

Behandlung

Eine SDU ist sehr gut mittels Hormonen behandelbar.

Unter tierärztlicher Aufsicht wird das Hormon Thyroxin verabreicht. Man beginnt mit einer Einstiegsdosis von ca. 10µg pro Kilogramm Körpergewicht. Anfangs ist eine engmaschige Kontrolle der Werte zu raten, um die Dosis ggf. anzupassen.

Verbesserung

Eine deutliche Verbesserung der Symptome ist meist recht schnell zu erkennen, körperlich sowie auch verhaltenstechnisch. Wobei zu beachten ist, dass sich (unerwünschtes) Verhalten etabliert haben kann und dementsprechend nicht einfach mit der Gabe von Thyroxin verschwindet.

Die Hormongabe bewirkt keine Wunder, aber sie macht ein Training mit eingestellter Schilddrüse erst möglich und effektiv.

Generell

Natürlich hat nicht jeder „hibbelige“ Hund automatisch eine SDU, manchmal ist der Hund einfach so veranlagt. Ebenso wird ein schilddrüsenerkrankter Hund nicht immer seine „Hibbeligkeit“ verlieren, wenn diese einfach genetisch oder charakterlich mitgebracht wird.

8 Antworten

  1. avatar Anna sagt:

    Vielen dank für die Informationen. Ich leide leider auch unter Schilddrüse und wusste nicht das Hunde auch darunter leiden können. Die armen 🙁

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