Beitrag 6 von 6 der Artikelserie: Entspannter Alltag
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Viele Vierbeiner gehen nicht gerne zum Tierarzt. Stress und Angst sind in vielen Wartezimmern beinahe greifbar. Mit etwas Training können Sie Ihrem Hund dabei helfen, den Tierarztbesuch entspannter zu erleben.

Vorbereitungen

titus-am-meer Wenn möglich, beginnt das Tierarzttraining bereits im Welpen- und Junghundealter. Häufige Besuche beim Tierarzt, die vom Hund positiv erlebt werden, können dazu beitragen, dass der Hund nicht bereits auf dem Parkplatz in Panik verfällt. Gerade am Anfang und auch bei sehr ängstlichen oder aggressiven Tieren ist es sinnvoll, mit dem Hund gemeinsam in Richtung der Praxis zu gehen und dort auf dem Parkplatz ein besonders tolles Leckerlie oder Spiel bereit zu halten. Schrittweise kann nun daran gearbeitet werden, dass der Hund das Praxispersonal kennen lernt und das Wartezimmer als einen Ruheort verknüpft (z.B. mithilfe konditionierter Entspannung). Einige Tierarztpraxen sind froh um entspannte Patienten und sind daher damit einverstanden, dass man immer wieder dort vorbei kommt, ohne dass das Tier tatsächlich behandelt werden muss.

Behandlungsübungen

Im nächsten Schritt beginnt man damit, den Hund an Behandlungen und Untersuchungsutensilien zu gewöhnen. Hilfreiche Hinweise zum Aufbau der Behandlungsübungen findet man zum Beispiel in der Youtube-Playlist von Martina Schoppe zum Thema „Tierarzttraining“.

Titus auf dem Tisch Berührungsempfindliche, sehr hibbelige Hunde profitieren davon, dass man ihnen beim Üben und dem tatsächlichen Tierarztbesuch das Anfassen und Untersuchen der wichtigsten Körperteile ankündigt, z.B. Zähne, Ohren, Augen, Pfote. Daher ist es besonders wichtig, dass man sich als Halter genau erkundigt, welche Behandlungsschritte der Tierarzt unternimmt.

Auch die Behandlungsumstände sollten mit geübt werden. Darunter fallen zum Beispiel Hochheben auf einen Tisch, das Tragen eines Maulkorbs oder Kragens und Festhalten in bestimmten Positionen. Falls möglich können auch Gegenstände, die der Tierarzt zur Behandlung verwendet, mit in die Übungen einbezogen werden (Schere, Spritzen etc.).

Unerwartete „Hausaufgaben“

Vor knapp zwei Wochen musste mein Hund operiert werden. Leider war ich nicht darauf vorbereitet, dass der Termin zur Wundkontrolle es erforderlich machen würde, dass Titus sich seitlich ablegt. Die Tierärztin wollte ihn durch Wegziehen der Beine in die Seitenlage bringen, was ihn sofort in Panik versetzte. Wir bekamen also unerwartet „Hausaufgaben“. Ziel sollte das entspannte Ablegen in Seitenlage sein, um die Fäden ziehen zu können. Nach Rücksprache mit Martina Schoppe entschloss ich mich dazu, dieses Ziel direkt über mehrere Wege anzusteuern:

Titus Thundershirt 1. Jedes freiwillige Ablegen in Seitenlage sollte hochwertig belohnt werden. Zudem sollte das Festhalten in der Seitenlage geübt werden.

2. Über free shaping sollte das seitliche Ablegen erarbeitet und unter Signal gesetzt werden.

3. Da Titus sich gerne an der Oberschenkelinnenseite kraulen lässt und sich dabei seitlich ablegt oder sogar auf den Rücken dreht, sollte auch dieses Verhalten benannt werden, um einen weiteren Abruf des gewünschten Verhaltens in der Hinterhand zu haben.

Die zweite und dritte Variante sollten möglichst bereits auf einem Tisch geübt werden.

Das Ergebnis

Am Samstag kam der „große Tag“: das Ziehen der Fäden stand an. Leider mussten wir bereits im Vorfeld über eine Stunde warten, so dass Titus nicht ganz entspannt war, als wir dann endlich im Behandlungsraum ankamen. Ich ließ ihn etwas schnüffeln und ein paar Leckerlies suchen, um ihn „runterzufahren“ und massierte ihn anschließend kurz. Dann bot die Tierärztin überraschend an, dass wir Titus auch auf dem Boden untersuchen könnten, was uns sehr entgegen kam. Ich gab ihm also das Platz-Signal und brachte ihn über das benannte Kraulen der Oberschenkelinnenseite, dass sich als effektivster Übungsweg herausgestellt hatte, dazu, sich seitlich hinzulegen und in dieser Position festhalten zu lassen. Er wartete ruhig ab, bis die Tierärztin alle Fäden gezogen hatte, um danach seine Superbelohnung zu genießen!

Tierarzttraining ist eine gute, ent-stressende Vorbereitung für den Hund und kann im Ernstfall Leben retten!

2 Antworten

  1. […] Hochhäusler: Fass mich nicht an Debbie Jacobs: Train em don’t restrain them Anni Lehmann: Tierarztraining Bina Lunzer: Hilfe, mein Hund läßt sich nicht verarzten Christina Sondermann: Medical […]

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