Warum funktioniert Jagdersatztraining JET?

Aktualisiert am 12.02.2013
Beitrag 2 von 4 der Artikelserie: Jagdersatztraining JET
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„Willst du unerwünschtes Jagen deines Hundes verhindern,
musst du seine Bewegungsmuster aktivieren!“
Eva Zaugg

Jagdersatztraining funktioniert deshalb so wirksam, weil ich individuelle Bedürfnisse des Hundes befriedige.

Dem Hund beibringen, was er sowieso schon tut

Im JET unterstütze ich Verhalten, die der Hund sowieso in seinem Verhaltensrepertoire hat. Er muss sie nicht neu lernen.

Wir geben dem Verhalten, das er zeigt, einen Namen. Das bedeutet, wir stellen das Verhalten unter Signalkontrolle.

Um zum Erfolg zu kommen, muss die Bezugsperson

  • die hundliche Körpersprache gut wahrnehmen und einschätzen können
  • und Kenntnisse zum Lernverhalten beim Hund haben.

Hundetypen jagen unterschiedlich, weil sie für unterschiedliche Einsatzbereiche gezüchtet wurden.

Einen ausgezeichneten Überblick über die einzelnen Bewegungsmuster des Jagdverhaltens schafft die folgende Tabelle. Sie bietet eine gute Hilfe, seinen eigenen Hund im „Jagdmodus“ wahrnehmen zu lernen.

bewegungsmuster-bei-caniden

Nach: Coppinger, Ray und Lorna: Hunde – Neue Erkenntnisse, Herkunft, Verhalten und der Evolution der Kaniden, S. 215

Richtig belohnen bedeutet Verhalten verstärken

Merke: Eine Belohnung wirkt nur dann verstärkend, wenn aktuelle Bedürfnisse befriedigt werden!

Ein Bedürfnis kann sein: Wild orten.

Das heisst, der Hund orientiert sich mit den Augen oder mit der Nase in seiner Umwelt, um mögliche Beute ausfindig zu machen. Im Training soll nun dieses Verhalten gezielt verstärkt werden. Denn: der Hund ist noch immer in unserer Nähe ist – er hetzt nicht.

Wir erkennen, ob ein Verhalten verstärkt wurde, wenn das Verhalten:

  • unverändert bestehen bleibt
  • häufiger auftritt
  • stärker auftritt
  • schneller gezeigt wird
  • und länger andauert

Lernen ist also kein Ereignis, sondern ein Prozess, der in enger Verbindung mit der Befriedigung aktueller Bedürfnisse steht.

Das bedeutet, dass ich meinem Hund in kleinen Schritten das beibringe, was ich im Ernstfall bei ihm abrufen möchte. Ich trainiere mit ihm erst in reizarmer Umgebung und steigere den Schwierigkeitsgrad nach und nach. Dabei setze ich Belohnungen ein, die ich mir zuvor auf der Bedürfnisliste meines Hundes notiert habe.

Im JET ist es wichtig, die Bewegungsmuster seines eigenen Hundes zu kennen und für sich Prioritäten zu setzen:

Welche Verhaltensreaktionen des Hundes richten keinen Schaden an, welche sind unerwünscht und sollten neu kanalisiert, welche bestimmt nicht zugelassen werden?

Grenzen setzen

Ja, ein Hund braucht Grenzen, das ist richtig! – Er würde sonst nicht überleben…

Wir setzen aber Grenzen nicht gegen das Tier, sondern:

Wir geben seinem Verhalten einen Rahmen vor!

Zum Beispiel zu Beginn mit einer Schleppleine. Die Leine grenzt also seinen Aktionsradius ein. Innerhalb dieser Grenzen arbeiten wir kleinschrittig an dem erwünschten Verhalten.

„Grenzen setzen“ bedeutet nichts anderes, als die Veränderung von Verhalten!

Beziehung Mensch – Hund

Jedes Arbeiten am Hundeverhalten ist Arbeit an der Beziehung zwischen Mensch und Hund.
Ich möchte:

  • eine herzliche, freundliche und freundschaftliche Beziehung zu meinem Hund
  • einen Hund zu meiner Seite, der mir vertraut
  • der angstfrei und mit möglichst wenig Frustration lernt, mit mir zu kooperieren und
  • den ich klug – gestützt mit Lernkriterien – zum Erfolg führe

Wir bilden mit JET nichts anderes als Gewohnheiten.
Das ist die klügste Art, verantwortungsbewusst, vorausschauend und dauerhaft Grenzen zu setzen.

Wild orten

 

12 Antworten

  1. […] Video: Impulskontrolle an Kaninchen Eva Zaugg: Jagdersatztraining JET Eva Zaugg: Warum funktioniert JET? Eva Zaugg: Jagdersatztraining mit Sindra Eva Zaugg: Hört das Jagdersatztraining jemals auf? Eva […]

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