Das Umorientierungssignal

Aktualisiert am 29.06.2013
Beitrag 3 von 10 der Artikelserie: Komm zurück - Spiele für einen sicheren Rückruf
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Das Umorientierungssignal (UOS) ist das Signal für den Hund, seine Aufmerksamkeit wieder seinem Menschen zuzuwenden.

Auswahl des Signals

Bauen Sie sowohl ein Wortsignal, als auch ein Pfeifensignal auf, damit Sie den Hund draußen auch auf größere Entfernungen erreichen können.  Wählen Sie ein Signal, dass noch nicht mit negativen Konsequenzen verknüpft oder anderweitig belegt ist. Ich nehme z.B. „Komm“, bzw. einen langgezogenen Pfiff.

Der Aufbau

uos2 Sagen/pfeifen Sie das Umorientierungssignal (UOS), während der Hund ganz in Ihrer Nähe ist, und belohnen ihn dann sofort. Wiederholen Sie das drei bis vier Mal, geben Sie dann das Freigabesignal und lassen den Hund laufen. Nach 10 – 15 Minuten können Sie diesen Aufbau erneut drei bis vier Mal wiederholen.

Sofort auch unter Ablenkung üben

Im ersten Schritt muss der Hund keine Leistung erbringen. Er soll nur das Umorientierungssignal mit Belohnungen verknüpfen lernen. Daher können Sie das Umorientierungssignal (UOS) direkt überall üben.

Wahl der Belohnungen

Weil Sie das UOS häufig üben werden, müssen Sie vielseitig und spannend belohnen. Verwenden Sie sowohl sehr hochwertige Belohnungen, aber auch mittelprächtige und manchmal auch schwache Belohnungen, damit Sie nicht in eine Aufrüstungsspirale steuern oder vorhersehbar für Ihren Hund werden.

Erstellen Sie eine Belohnungsliste für Ihren Hund. Alles was der Mensch als Ablenkungen ansieht, sind aus Hundesicht erstklassige Belohnungen. Einige dieser Ablenkungen können Sie dem Hund als Belohnungen zugänglich machen, oder als Anregungen für weitere Belohnungsmöglichkeiten verwenden. Seien Sie kreativ und werden Sie so zur Belohnungslotterie für Ihren Hund.

Auf dem Spaziergang

uos1 Üben Sie das UOS auf den Spaziergängen, dann  kostet es Sie keine zusätzliche Zeit. Sie können es auch in Kombination mit dem Namensspiel üben. Sagen Sie den Namen des Hundes, dann das Umorientierungssignal und geben dann die Belohnung. Also zum Beispiel: „Crispel, Komm!“ -> Click -> Hund darf geworfenen Käsewürfel fangen.

Umorientierung für Fortgeschrittene

Werfen Sie das Belohnungsleckerchen auf den Boden und geben Sie das UOS, während er noch kaut.  Schaut der Hund Sie erwartungsvoll an, weil er die nächste Belohnung erwartet? Clicken und belohnen Sie.

Aber auch, wenn der Hund nicht zu Ihnen hochschaut, bekommt er eine Belohnung. Schließlich ist das Ziel, das Umorientierungssignal (UOS) mit „guten Sachen“ zu verknüpfen.

Umorientierung auf Hochschulniveau

uos3 Hunde generalisieren nur schlecht. Deshalb ist es wichtig, dass Sie das Umorientierungssignal unter allen möglichen Ablenkungen und in vielen Situationen üben. Wenn Sie in einer neuen Umgebung oder mit einer neuen Ablenkung arbeiten, kann es sein, dass der Hund dort noch nicht auf das UOS reagiert. Gehen Sie dann so vor wie unter „Aufbau“ beschrieben und geben die Belohnung ohne Gegenleistung. Wird das Umorientierungssignal immer mit einer Belohnung verknüpft, generalisiert der Hund schnell und das UOS ist bald auch in sehr anspruchsvollen Situationen einsatzbereit.

Auf den Akku legen

Da das Umorientierungssignale eines der wichtigsten Signale ist, müssen Sie es zwischendurch immer wieder aufladen, indem Sie es auch in ablenkungsarmen Situationen üben.

Hausaufgabe

Üben Sie mit Ihrem Hund das UOS mit jeweils fünf bis sechs Wiederholungen:

  • 2-3 Übungseinheiten in der Wohnung (zum Beispiel zum Erarbeiten der Mahlzeiten, beim Fertigmachen zum Spazierengehen, etc.)
  • 2-3 Übungseinheiten an verschiedenen Stellen auf den Spaziergängen
  • 2-3 Übungseinheiten in Kombination mit dem Namensspiel

Viel Spaß beim Üben!!

 

5 Antworten

  1. […] habe z.B. sofort nachdem ich den Artikel über das Umorientierungssignal gelesen hatte, bei den Jungs ein neues Wort eingeführt. Gesagt – Leckerchen, gesagt – […]

  2. […] – Spiele für einen sicheren Rückruf Martina Schoppe: Das Namensspiel Martina Schoppe: Das Umorientierungssignal UOS Martina Schoppe: Das Ankersignal Martina Schoppe: Wirf das Leckerchen und sause los Martina […]

  3. avatar s. sagt:

    Hallo, ich finde keinen wirklichen Unterschied bei dem UOS oder dem Abbruchsignal. Auch im Aufbau nicht. Zumindest von ihrer Beschreibung nicht. ich weiß wohl das es eigentlich nicht gleich ist.
    ————————————–
    Umorientierung markern

    Wenn der Hund sich auf das „Hey“ zu Ihnen umorientiert, markern Sie und geben erst danach die Belohnung. Kann sich der Hund noch nicht umorientieren, bekommt er die Belohnung weiterhin ohne Click.
    Für was soll der Hund belohnt werden, wenn er sich nicht umorientiert. Soll ich den Hund das Futter aufzwingen??.

    • Hallo s.
      JEDES Signal, dass der Hund befolgt, ist ein „Abbruchsignal“ – denn um es auszuführen, beendet der Hund logischerweise ein anderes Verhalten. Das UOS ist also auch ein Abbruchsignal…
      Beim Aufbau des „HEY“ bekommt der Hund immer eine Belohnung, auch ohne „Gegenleistung“, weil nicht das Verhalten mit einem Signal verknüpft wird, sondern das Signal (HEY) mit einer Konsequenz. (Und, ja, das UOS baue ich ganz genau so auf).
      In der Anwendung belohne ich dann das Umorientieren. Da ich aber will, dass das Signal weiterhin gut funktioniert, lege ich es gelegentlich auf die „Ladestation“ und verknüpfe Signal mit Konsequenz.
      Und nein – bitte dem Hund das Futter nicht aufzwingen! Wenn der Hund das angebotene Leckerchen nicht mag, dann steck ich es wieder weg, und lobe verbal oder falls der Hund alternative Verstärker kennt und gerade auch welche ausführbar sind, dann biete ich das an.

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