Beitrag 1 von 4 der Artikelserie: Was mache ich denn, wenn
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Hundehalter sagen uns häufig: Positive Verstärkung ist ja prima, um neue Verhalten zu üben, aber was mache ich denn, wenn der Hund an der Leine zieht?“ 

„… wenn mein Welpe mir immer ins Hosenbein oder die Hände beißt?“ oder „… am Esstisch bettelt?“

Es reicht nicht aus, nur erwünschtes Verhalten zu üben – unerwünschtes Verhalten muss auch verhindert werden, damit Training effizient ist.

Die 5 Säulen von effizientem Hundetraining

Natürlich lassen sich nicht alle Hunde und jedes ihrer Verhalten über einen Kamm scheren. Trotzdem kann man immer auf eine bestimmte Weise vorgehen, um ein unerwünschtes Verhalten „abzugewöhnen“.

  • Ursache des Verhaltens finden
  • Ungewünschtes Verhalten verhindern = Management
  • Ungewünschtes Verhalten unterbrechen
  • Gewünschtes Verhalten üben und in den Situationen einsetzen
  • Bedürfnisse des Hundes befriedigen

Ursache des Verhaltens finden

effizientes-training Das ist besonders wichtig, wenn das Verhalten durch eine Krankheit hervorgerufen wird. Wenn sich ein Verhalten plötzlich verändert, müsst ihr den Hund unbedingt von einem Tierarzt durchchecken lassen. Training bringt nichts, wenn die Ursache unbehandelt bleibt. Bei Verhalten, das auf starken emotionalen Reaktionen (Angst, Aggression, Frust, starker Stress) beruht, solltet ihr unbedingt einen erfahrenen Trainer hinzuziehen, der euch bei der Analyse und beim Erstellen eines geeigneten Management- und Trainingsplan hilft.

Ungewünschtes Verhalten verhindern

Auch wenn ihr noch keinen Tierarzt- oder Hundetrainer-Termin machen konntet, solltet ihr schon dafür sorgen, dass der Hund das unerwünschte Verhalten nicht mehr ausführen kann. Zum Beispiel könnt ihr den Hund anleinen und damit z.B. unerwünschtes Anspringen, zum Gartenzaun rennen, am Esstisch betteln, verhindern. Unerwünschtes Jagdverhalten verhindert ihr durch Sichern mit der Schleppleine. Oder ihr spaziert  in wildarmen Gebieten und wählt  Uhrzeiten, wo das Wild weniger aktiv ist. Bellt der Hund aus dem Fenster, klebt ihr Sichtschutzfolie auf die Scheiben, etc.

Ungewünschtes Verhalten unterbrechen

Unterbrecht ungewünschtes Verhalten so früh wie möglich. Wartet nicht, bis der Hund sich in Rage gebellt hat, sondern sprecht ihn an, bevor er losbellt. Unterbrecht ihn nicht erst, wenn er schon am Jogger hochspringt. Ruft ihn ab, bevor er in Richtung Jogger läuft. Je früher ihr unterbrecht, desto leichter fällt ihm die Umorientierung.

Gewünschtes Verhalten üben und einsetzen

Ein Hund kann nicht einfach „nichts“ tun. Er muss lernen, was er statt des unerwünschten Verhaltens machen soll. Dazu könnt ihr euch aus seinem „Verhaltensfundus“ bedienen. Beherrscht er zum Beispiel schon gut „Sitz“? Dann könnt ihr beginnen, „Sitz“ anstatt „Anspringen“, „Jogger jagen“ oder „Rumhampeln, während Frauchen mit dem anderen Spaziergänger redet“ einzusetzen. Denkt daran, dass das verschärfte Bedingungen sind und ihr die Belohnungsrate erhöhen müsst. Ihr solltet auch nicht erwarten, dass der Hund gleich minutenlang sitzen kann. Wenn er aufsteht, gebt einfach wieder freundlich das „Sitz-Signal“ oder puzzelt und shapt euch „Sitzen“ heraus.

Bedürfnisse des Hundes befriedigen

Verhalten hat immer einen Grund – es dient dazu, ein Bedürfnis zu befriedigen. Wenn ihr das immer nur verhindert, ohne „Ersatzbefriedigung“ zu bieten, führt das zu großem Frust. Dadurch wird die Kooperationsbereitschaft des Hundes sinken.

Deshalb ist es so wichtig, die Ursache des Verhaltens herauszufinden. Springt der Hund an, weil er sehr menschenbezogen ist und viel Körperkontakt und Aufmerksamkeit braucht? Dann belohnt das Alternativverhalten (z.B. Sitzen oder „alle Viere auf der Erde“) mit Loben und Streicheln. Ist er jagdlich ambitioniert und will alles hetzen was sich bewegt? Verschafft ihm „legale“ Gelegenheiten: lasst ihn ein Spielzeug an der Reizangel hetzen oder ein fliegendes Spielzeug oder Leckerchen.

Im nächsten Teil schauen wir mal, was wir machen, wenn der Hund (trotz Üben 😉 ) an der Leine zieht. 

8 Antworten

  1. Ja, klasse Artikel! Kann man alles gar nicht oft genug lesen und sich immer wieder bewusst machen, gerade wenn man (wieder!) mitten in der
    Junghund-Erziehung steckt. PUH!

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