Beitrag 5 von 5 der Artikelserie: Antigiftködertraining
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Da du nicht immer alles siehst, was draußen so rumliegt, sollte dein Hund auch lernen, dass es sich für ihn lohnt, Futter anzuzeigen.

Abliegen, Sitzen oder Stehen

Moana hat gelernt, sich abzulegen, um Futter anzuzeigen. Dein Hund muss sich natürlich nicht ablegen, sondern kann auch im Sitzen oder Stehen anzeigen. Du passt dann einfach die Übung entsprechend an.

Denke daran, nur kurze Übungseinheiten zu machen und viel zu clicken und zu belohnen. Auch bei dieser Übung geht es darum, dass der Hund es gerne macht.

Aufbau

Der Aufbau ist ähnlich wie beim Vorbeilaufen am Futter. Auch hier fängst du nicht sofort mit Futter an, sondern der Hund lernt zuerst die Anzeige von Gegenständen – so lernt er das Prinzip, sich an unbekannten, neuen Dingen abzulegen. Erst wenn er das verstanden hat, wird Futter ausgelegt.

Du beginnst jeden Schritt mit „unattraktivem“ Futter, das zuerst gesichert wird und dann offen daliegt. Jedes Mal, wenn du die Futterqualität steigerst, sicherst du das Futter wieder ab.

Es ist wirklich wichtig, dass der Hund freiwillig das Futter anzeigt und nicht, weil du ihm es ihm körpersprachlich signalisierst. Auch ein „Nein“ oder „Lass es“ gehört nicht in den Aufbau. Diese Signale kannst du im Ernstfall nicht einsetzen!

Anzeigen von Gegenständen

Der Hund soll sich selbständig hinlegen, deshalb nutzt du nicht das Signal „Platz“.

Denke daran: je mehr Clicks der Hund bekommt, umso sicherer wird er.

Schritt 1

  • Setze dich auf den Boden und lege einen Gegenstand neben dich. Das führt oft schon dazu, dass der Hund sich zu dir legt. Ist das der Fall, wird geclickt und belohnt.
  • Legt sich der Hund nicht eigenständig hin, dann clicke jede Aktion zum Gegenstand hin.Erste Schritte sind dabei schon der Blick zum Boden oder Einknicken der Vorderläufe usw.
  • Nach dem Click kannst du den Hund ins Liegen füttern: Click for action, feed in position
  • Dann das Liegen oft clicken und belohnen, dabei auch immer schon mal etwas länger mit dem Click warten. Der Hund lernt, Abliegen ist toll.
  • Nach einigen Clicks wird das Futter geworfen, so dass der Hund aufsteht, um es sich zu holen und dann beginnt die Übung von vorne.

Schritt 0 – Vorspiel

Falls der Hund nicht gewohnt ist, mit Gegenständen zu agieren, kannst du so beginnen:

  • Setze dich auf einen Stuhl und halte dem Hund den Gegenstand hin
  • clicke jede Aktion zum Gegenstand hin
  • halte den Gegenstand immer tiefer, bis er dann auf dem Boden liegt
  • jetzt geht es mit Schritt 1 weiter

Schritt 2

Jetzt veränderst du deine Position zum Gegenstand.

  • setze dich auf einen Hocker neben den Gegenstand
  • verändere den Abstand zum Gegenstand
  • Setze dich auf den Stuhl und baue dann mehr Distanz zum Gegenstand auf
  • Stehe neben dem Gegenstand und baue langsam Distanz auf
  • Laufe mit dem Hund, natürlich ohne ein Fuß-Signal, am Gegenstand vorbei
  • Läuft der Hund am Futter vorbei, clickst du natürlich auch und belohnst ihn. Dazu nimmst du dann aber das nicht ganz so tolle Futter.
  • Falls dein Hund immer vorbeiläuft und keine Anstalten macht, sich abzulegen, dann bleibe einfach mal in der Nähe des Gegenstandes stehen und warte ab. Wenn er sich dann hinlegt, gibt es das Super-Futter.

Schritt 3

Jetzt werden immer interessantere Gegenstände hingelegt, bis du so weit bist, Futter auszulegen. Erst eher langweiliges Futter und dann immer leckereres.

Dabei ist es wichtig, dass es bei dir immer etwas viel Besseres als Belohnung gibt als dort auf dem Boden liegt. Und du lässt den Hund auch nie als Belohnung das Futter vom Boden aufnehmen.

Schritt 4

Die Übungen werden jetzt draußen gemacht. Der Aufbau ist wie bei Schritt 3.

Anfangs legst du das Futter in einer Schüssel so aus, dass der Hund dich dabei beobachten kann, später, ohne dass er es sieht.

Die nächsten Schritte sind jetzt, dass das Futter offen, d.h. nicht mehr in einer Schüssel oder Tüte, am Wegrand deponiert werden und dann weg vom Weg im Wald oder auf der Wiese deponiert werden.

Das ist der Trainingsstand, auf dem sich Moana im Augenblick befindet.

Moana, der Clown

Moana hat das Spiel verstanden. Hier legt sie sich recht weit vom Futter entfernt ab und wartet auf den Click. Und als der nicht kommt, robbt sie ein Stück näher an das Futter ran und fragt: „Gibt es jetzt einen Click?“ Aber es passiert immer noch nichts, also robbt sie noch näher ans Futter ran.

 

Moana hat das Anzeigen von Futter in den letzten  sechs Wochen gelernt. Wienerle werden zuverlässig angezeigt. Jetzt werden verschiedene leckere Dinge ausgelegt, so dass Moana nicht nur Wienerle anzeigt, sondern die Anzeige auf alles Fressbare generalisiert.

Das Training mit Moana zeigt sehr schön, dass auch eine verfressener Labbi lernen kann, Futter links liegen zu lassen und anzuzeigen.

11 Antworten

  1. Werde mir im Herbst wieder einen Hund holen und hätte diesen gerne etwas anders „erzogen“. Wir haben eigentlich seit 40 Jahren Hunde.
    Alle waren auf die ihnen eigene Art tolle Hunde.
    Ihre Methoden finde ich recht ansprechend.
    Danke und lieben Gruß
    Barbara Rompel

  2. avatar Bianca Warnke sagt:

    Vielen Dank für die wertvollen Tipps und Beiträge. Bei Pferdeäpfeln habe ich es mit meinem Kurzhaarcollie schon recht gut hinbekommen. Oft frage ich mich, wieso er kommt und micht so freudig ansieht – dann sehe ich oft erst die Pferdeäpfel… Ich denke, es wird nur viel Arbeit, das mit allem und an vielen Orten zu generalisieren – aber man sollte einfach beginnen. Beim Rennen mit einem anderen Hund geht er aber oft doch dran – könnte das auch Stress sein?

    Drop it, Futter links liegen lassen und Futter anzeigen – was ist für den Hund sinnvoller: jeden Tag nur eins üben oder mit zeitlichen Pausen kombiniert.

    Vom Prinzig her verstanden, aber wie unterscheidet der Hund später, dass er am Futter vorbeilaufen soll und solches, das versteckt liegt, anzeigen soll?

    Schlecht für den Hund, wenn dem Frauchen oft die Logig fehlt…

    Die besten Grüsse
    Bianca und Kilay

    • Toll, das es bei Pferdeäpfeln schon so gut klappt. Und du hast Recht, die Generalisierung dauert ihre Zeit. Aber das ist allemal besser als nichts zu machen.

      Ich denke auch, dass es beim Rennen mit anderen Hunden eine Übersprungshandlung ist.

      Die Übung Drop it kannst du jeweils mit den anderen Übungen kombinieren, Futter anzeigen oder vorbeilaufen würde ich anfangs an verschiedenen Tagen üben. Aber diese beiden Übungen verschmelzen ja dann irgendwann, wie du in den Videos siehst.

      Ziel wäre für mich immer die Anzeige, weil das Vorbeilaufen sicher manches Mal von uns nicht belohnt wird, einfach, weil wir nicht sehen, was der Hund riecht.

      • avatar Bianca Warnke sagt:

        Vielen Dank für die präzisen Antworten. Das hilft mir auf jeden Fall weiter!

        Lieben Gruss

        Bianca Warnke

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