Hey! Lass das!

Aktualisiert am 29.06.2013
Beitrag 6 von 10 der Artikelserie: Faul, stur und dominant?
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Abbruchsignale sind kurz, knackig und schneller von der Zunge, als meinem Hirn das Signal für ein Alternativverhalten einfällt – kurz: mit der richtigen Konditionierung  sehr praktisch.

Homo sapiens sapiens – doppelt denken hält besser

Mein Unterbrechersignal unterscheidet sich deutlich von „tierischen“ Abbruchsignalen. Denn auch wenn Tiere natürlich „artgerecht“ unterbrechen, heißt das nicht automatisch, dass sie die gleichen Ziele haben wie ich.

 Das Rad neu erfinden?

Das Lernverhalten von Tieren und die Wechselwirkung zwischen Emotionen, Lernen und Verhalten ist gut erforscht. Die Ergebnisse dieser Forschungen bilden die Grundlage für die Entscheidung, wie ich Unterbrechersignale einsetze.

Eigenschaften eines effektiven Unterbrechersignals

Ein Unterbrechersignal soll unerwünschtes Verhalten schnell unterbrechen, ohne die Kooperationsbereitschaft des Hundes zu hemmen. Außerdem muss es mir ohne nachzudenken leicht und schnell über die Lippen kommen. Denn damit er das unerwünschte Verhalten nicht übt, sollte es so schnell wie möglich unterbrochen werden.

Das Unterbrechersignal hilft mir also dabei, das Verhalten schnell zu beenden, und gibt mir gleichzeitig Zeit zu entscheiden, welches Verhalten der Hund stattdessen ausführen sollte. Damit der Hund dies dann gerne ausführt, muss das Unterbrechersignal die Kooperationsbereitschaft des Hundes unterstützen.

Der Aufbau ist ganz einfach:

  • Wort wählen
  • Wort sagen und Belohnung geben
  • Ablenkung steigern
  • Umorientierung markern
  • Alternativverhalten

Wort wählen

Wählen Sie ein Wort oder ein Geräusch, das Ihnen in solchen Situationen schnell von der Zunge geht und nicht mit negativen Konsequenzen verknüpft ist. Nehmen wir als Beispiel „Hey!“. Gut sind auch Zungenschnalzer oder ein Küsschengeräusch.

Wort sagen und Belohnung geben

Sagen Sie „Hey“ und geben Sie innerhalb von ein bis zwei Sekunden eine spektakuläre Belohnung. Seien Sie wirklich großzügig! Das Unterbrechersignal soll später den Hund auch bei stärksten Ablenkungen herumreißen, der Hund braucht keine Gegenleistung zu erbringen. Das erreichen Sie nur, wenn Sie das Signal mit hochwertigen Verstärkern verknüpfen. Streuen Sie über den Tag vier bis fünf Übungseinheiten ein, in denen Sie das Signal ca. 6 Mal sagen und belohnen.

Ablenkung steigern

Üben Sie das Unterbrechersignal unter langsam ansteigenden Ablenkungen auch auf dem Spaziergang, wenn der Hund nicht zu stark abgelenkt ist. Machen Sie drei bis fünf Wiederholungen mit verschiedenen, hochwertigen Belohnungen. So wird das Signal ganz schnell ohne jeglichen extra Zeitaufwand gelernt und generalisiert.

Umorientierung markern

Wenn der Hund sich auf das „Hey“ zu Ihnen umorientiert, markern Sie und geben erst danach die Belohnung. Kann sich der Hund noch nicht umorientieren, bekommt er die Belohnung weiterhin ohne Click. Versuchen Sie, täglich auf ungefähr 50 Verknüpfungen von „Hey“ und Belohnung (mit oder ohne Click) zu kommen. Das klingt viel, kostet aber keine extra Zeit, weil Sie ja sowieso mit dem Hund spazieren gehen. Sind es weniger, ist das nicht schlimm. Es dauert nur einfach ein bisschen länger, bis sich der Hund in allen möglichen Situationen umorientieren kann.

Alternativverhalten

Wenn der Hund zuverlässig auch unter Ablenkung auf „Hey“ reagiert, haben Sie ein perfektes Unterbrechersignal, dass Sie unter „Realbedingungen“ einsetzen können. Denken Sie aber daran, nach dem „Hey“ ein Alternativverhalten abzufragen. Belohnen Sie dann nur die Ausführung des Alternativverhaltens, damit sich keine Verhaltensketten bilden.

Auf die Ladestation

Damit sich das Signal nicht abnutzt, muss es gelegentlich auf die Ladestation: Verknüpfen Sie alle paar Tage das „Hey“ mit hochwertigen Belohnungen.

 

4 Antworten

  1. […] das Verhalten Martina Schoppe: Der weiß genau, was er machen soll… Martina Schoppe: Hey! Lass das! Martina Schoppe: Aber was mache ich denn, wenn der Hund… Martina Schoppe: Warum sagen wir […]

  2. avatar Andrea Böhnke sagt:

    Welches Alternativverhalten ist denn gemeint? Ein gefestigtes Kommando? Nenn mich blond, aber das verstehe ich jetzt nicht. Vorher war alles klar, aber da stockt es leider bei mir.
    Blonde, blauäugige Grüße,
    Andrea

    • avatar Mi sagt:

      Andrea Böhnke, ja, ich denke ein gefestigtes Kommando ist gut, es geht einfach darum, dass der Hund weiß, was er jetzt machen soll, sonst wendet er sich ja vermutlich wieder der Sache zu, in dem das von uns unerwünschte Verhalten aufgetreten ist…
      Oft ist auch ein Folgesignal als Alternativverhalten sehr nützlich verbunden mit Weitergehen, weil der Hund so aus der Situation raus oder von dem Objekt weg kommt und die Situation somit positiv gelöst ist 🙂

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