Hunde brauchen Grenzen

Aktualisiert am 01.12.2014
Beitrag 1 von 2 der Artikelserie: Grenzenlos positiv?
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Das Training über Wegweisend Positive Verstärkung und damit mit dem Clicker oder anderen Markersignalen schafft Vertrauen und Sicherheit: der Hund bekommt verlässliche Informationen darüber, welches Verhalten erwünscht ist und welches nicht.

Es gibt aber immer wieder Kritik am Markertraining:

  • Hunde brauchen Grenzen
  • Wie lange muss ich denn Leckerchen geben?
  • Das klappt nicht bei wirklich aggressiven Hunden

Hunde brauchen Grenzen

Ja, die brauchen sie ganz sicher. Aber ich kann ihnen die Grenzen freundlich vermitteln. Mein Hund soll nichts vom Tisch klauen, er soll andere Leute nicht anspringen und er soll ruhig an anderen Hunden vorbeilaufen.

Die „normale“ Methode ist es leider immer noch, den Hund dazu zu verleiten, etwas falsch zu machen und ihn dann dafür zu bestrafen.

Wegweisend Positiv Verstärkende TrainerInnen bringen ihren Hund nicht in diesen Konflikt, sondern sie gestalten die Trainingssituation so, dass der Hund sich so verhält, dass sie ihn für das Verhalten belohnen können.

So lernt der Hund also, die Grenzen einzuhalten und zeigt im Idealfall erst gar kein unerwünschtes Verhalten.

Ein Hund, der sitzt, springt nicht hoch

Unerwünschtes Verhalten ignorieren

Es hält sich ganz hartnäckig die Meinung, dass Wegweisend Positiv Verstärkende TrainerInnen ausschließlich dazu raten, unerwünschtes Verhalten zu ignorieren.

Der grundsätzliche Gedanke dahinter ist sicher nicht falsch: Lohnt sich das Verhalten für den Hund nicht, d.h. bekommt er nicht die gewünschte Reaktion, dann wird er dieses Verhalten in Zukunft seltener zeigen. Es gibt sicher Situationen und Hunde, bei denen das klappt.

Ihr Hund springt Sie bei der Begrüßung an. Wenn Sie sich abwenden und das Hochspringen ignorieren, wird es dem Hund vielleicht langweilig und er trollt sich.

Ihr Hund bettelt am Tisch. Wenn Sie das ignorieren und nichts vom Tisch geben, dann hört er vielleicht irgendwann damit auf.

Alternativverhalten

Aber vielleicht sind Sie oder auch Ihre Familienmitglieder nicht immer konsequent und der Hund bekommt doch was vom Tisch? Dann wird das Verhalten immer schlimmer.

Oder manche „Unarten“ sind selbstbelohnend – vielleicht steigert sich Ihr Hund ins Hochspringen rein und kann sich überhaupt nicht beruhigen?

Mit Ignorieren kommen Sie dann sehr schnell an Ihre Grenzen. Außerdem ist es für Sie wahrscheinlich sehr frustrierend, darauf warten zu müssen, dass das Verhalten bei Ihrem Hund aufhört.

Ein Hund, der auf der Decke liegt, bettelt nicht

Wegweisend Positiv Verstärkende TrainerInnen überlegen sich hier, welches Verhalten in der Situation angebracht wäre, d.h. sie verhindern unerwünschtes Verhalten dadurch, dass sie dem Hund ein Alternativverhalten beibringen und das in der Situation abfragen.

Der Hund lernt z.B. das Sitz. Und wenn Sie nach Hause kommen, lassen Sie den Hund einfach Sitzen – ein Hund der sitzt, springt nicht am Menschen hoch.

Ein Hund, der gelernt hat, auf seine Decke zu gehen, wenn die Menschen essen, bettelt nicht am Tisch.

Management

Im Alltag tauchen natürlich häufig unerwartete Ablenkungen auf: Nachbars Katze, der Lieblingsfeind, Rehe und andere Wildtiere. Hier heißt das Zauberwort Management.

Ein Hund, der nicht zuverlässig abrufbar ist, wird mit der Leine abgesichert, damit er nicht einfach lossprinten kann.

Unterschied Training – Alltag

Was mache ich aber in einer Gefahrensituation? Der Hund rennt z.B. auf eine befahrene Straße zu? Keine Frage, natürlich werde ich alles tun, um den Hund zu stoppen: schreien, etwas schmeißen usw. Das ist aber eine Ausnahmesituation und nicht die Grundlage für das tägliche Training.

Ich bereite den Hund im Training auf Alltagssituationen vor. Ich steigere die Herausforderungen in kleinen Schritten, so dass der Hund die ihm gestellten Aufgaben erfüllen kann und sich dabei wohl fühlt.

 

5 Antworten

  1. avatar fuchs sagt:

    Wo gibt Markertraining Sicherheit und Vertrauen, frag ich mich?! 😲 Fürs Leckerli vllt.?! 😂😜 Nee, ernsthaft, das kann ich nicht ernstnehmen! 😐…Achja: Ignorieren ist für den Hund eins der schlimmsten Dinge, dies gibt, für ihn ist es nämlich auch verdammt frustrierend, er resigniert nur irgendwann! Quälerei in meinen Augen!!

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