Belohnungen – viel mehr als immer nur Leckerchen

Aktualisiert am 29.06.2013
Beitrag 6 von 11 der Artikelserie: Verstärkung im Hundetraining
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Nimmt Ihr Hund kein Leckerchen, wenn er einen Hasen sieht?  Oder guckt er das angebotene Zergelseil an wie das Kaninchen die Schlange? Dann können Sie ihn nicht belohnen. Oder?

Bedürfnisse verändern sich ständig

maslow Am wirkungsvollsten sind Belohnungen, die seinen Bedürfnissen entsprechen. Hunde wollen nicht immer fressen. Entdeckt Ihr Hund seinen Erzfeind, möchte er vielleicht lieber flüchten oder ihn vertreiben. In diesem Fall ist Distanzvergrößerung ein wirkungsvollerer Verstärker, als Leckerchen!
In anderen Situationen hat Ihr Hund andere Bedürfnisse, vielleicht hat er Durst, ist müde, möchte sich im Schlamm wälzen, sich nach Australien durchgraben oder sich am Ofen aufwärmen.

Belohnungsarten

premack
Fertigen Sie doch mal eine „Belohnungsliste“ für Ihren Hund an. Schreiben Sie alles auf, was er machen würde, wenn Sie ihn einfach ließen. Da soll wirklich erst einmal alles drauf, auch Hasen jagen oder in Gülle wälzen, auch wenn Sie das keinesfalls einsetzen werden. Sie dürfen gerne ein bisschen mogeln und sich hier viele dieser Belohnungslisten anschauen.

Verhalten als Belohnungen einsetzen

Für manche dieser Verstärker müssen Sie ein wenig Vorarbeit leisten, um sie einsetzen zu können. Ihr Hund muss erst die „Vokabeln“ für  „Schwimmen“, erlernen, damit Sie ihm auch sagen können, dass er sich für den tollen Rückruf jetzt in die Fluten schmeißen darf.

Natürlich können Sie zum Beispiel Hasen hetzen nicht einsetzen. Lassen Sie ihn statt dessen den Futterbeutel oder die Reizangel hetzen. Es gibt so viele  Möglichkeiten einen Hund zu belohnen, dass sie mal wieder nicht in einen Artikel passen. Ich drohe also wieder mit Fortsetzungen. 

Tarif-Verhandlungen

teueres-verhalten Passen Sie auch die Höhe der „Vergütung“ der Situation an. Wenn Ihr Hund sich zu Hause entspannt in sein Körbchen legen soll, reicht vielleicht ein verbales Lob, draußen unter sehr starker Ablenkung muss die Belohnung aber entsprechend großartig ausfallen. Das gilt sowohl für körperliche als auch mentale Anstrengungen. Großer Einsatz sollte auch übertariflich belohnt werden. Dann ist der Hund auch in Zukunft bereit, das Verhalten auszuführen.

Wenn Sie meistens großzügig, hochwertig und bedürfnisorientiert belohnen, ist es nicht schlimm, wenn der Hund ab und zu mal eine „Niete zieht“ – weil Sie die Gelegenheit verpasst haben, oder weil dem Hund in dieser Situation nicht nach „Schwimmen“ war, sondern er lieber eine Spur abgeschüffelt hätte.

 

21 Antworten

  1. Liebe Martina,
    was kann ich denn jetzt damit anfangen, wenn ich ein Verhalten auf auf Emma´s Belohnungs-Guide habe. Für mich ist dies aber eine unerwünschte Verhaltensweise.
    LG
    Bettina

  2. avatar Brigitte Becker sagt:

    Martina, toller Beitrag!http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

  3. Das ist wirklich ein wunderbarer Artikel. Gefällt mir sehr gut.

    Zum einen eben, dass der Hund natürlich kein Interesse an einem Leckerchen hat, wenn er seinen Erzfeind sieht. Geht mir ja nicht anders. Wenn mir mein Erzfeind gegenüber sitzt, kann ich das Essen in meinem Restaurant auch nicht so genießen, als wenn mir meine wunderbare Frau gegenüber sitzt. Und vielleicht ärgert mich die Anwesenheit meines Erzfeindes so sehr, dass ich gar keinen Hunger habe. Da mag der Wechsel des Restaurants (Distanzvergrößerung) durchaus die höhere Belohnung für mich sein. http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

    Und die „Tarifverhandlungen“ finde ich auch besonders klasse. Normale Arbeit = normales Lob / besondere Leistungen = Leistungsprämie. http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

    Sehr gut beschrieben. Toller Artikel http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

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