Nörgeln vergiftet die Freundschaft

Aktualisiert am 10.10.2014
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Nörgel-Tanten auf der Hundewiese

Spass ist ansteckend Neulich hatte ich das „Vergnügen“, eine Nörgel-Tante auf der Hundewiese zu beobachten. Ihr Hund war toll: aufmerksam, gut erzogen, kannte viele Signale, war immer zum Spielen aufgelegt.

Aber sein Frauchen hatte tatsächlich fast an allem, was er machte, etwas auszusetzen. Das „Bei Fuß“ war ihr nicht „anhimmelnd“ genug. Das Spielzeug musste gefälligst direkt bei ihr abgeliefert werden. Sogar beim gemeinsamen Spiel fand sie oft etwas zu meckern.Wenn ich für jedes „Nein“ oder „Ksch“ fünf Euro bekommen hätte, wäre ich jetzt steinreich.

Besuch von Großtante Erna

Stellen Sie sich vor, Ihre Tante Erna hat sich zum Besuch angekündigt. Erna neigt dazu, an allem irgendetwas zu meckern zu finden. Der Kaffee ist zu stark, der Kuchen zu mächtig und da ist ein winziger Fleck auf der Tischdecke.

Weil Sie Erna ja kennen, haben Sie schon allen jemals angesprochenen Kritikpunkten vorgebeugt – dieses Mal kann sie wirklich nicht meckern. Dachten Sie. Aber mit Adleraugen findet sie drei Hundehaare auf dem Teppich in der hintersten Raumecke, die tollen Rosen von Onkel Robert passen nicht zum Kaffeegedeck und dieses Mal vermisst sie doch tatsächlich die mächtige Buttercremetorte!

Nörgeln vergiftet die Freundschaft

Spass beim Training Angemeckert zu werden fühlt sich nicht gut an – das geht Hunden ganz genau so wie uns. Im Gegensatz zu uns können sich Hunde aber nicht aussuchen, ob sie mit Nörgel-Tanten leben müssen oder nicht.

Da Hunde (und Menschen) immer über klassische Konditionierung lernen, verknüpfen sie alles mit „Meckern“, was sie sonst noch so wahrnehmen, wenn sie angemeckert werden. Auch alle Verhalten, die sie gerade ausführ(t)en, werden mit dem unangenehmen Gefühl verknüpft.

Der Hund von der Hundewiese wurde sogar beim gemeinsamen Spielen angemeckert, das als Belohnung eingesetzt wurde. Wie lange wird „Spielen“ wohl noch als Belohnung wirken? Bei Hunden, die von sich aus sehr gerne spielen, mag das eine Weile dauern. Aber wenn Sie sowieso schon daran arbeiten mussten, dass der Hund mit Ihnen spielt, können Sie sich damit schneller ein Eigentor schießen, als Sie „Tor!“ rufen können.

Stopp dem Giftmischer

Sie müssen natürlich nicht alles großartig finden, was Ihr Hund macht. Aber wenn Sie was zu meckern finden, stoppen Sie sich. Fragen Sie sich, warum der Hund macht, was er macht (oder warum er Signale nicht so ausführt, wie er soll). Das Verhalten muss sich für Ihren Hund in der Vergangenheit ausgezahlt haben, sonst würde er es nicht zeigen.

Überlegen Sie, welches Verhalten Ihr Hund zeigen soll. Das Verhalten müssen Sie dann üben und auch nach dem Erlernen so behandeln, dass

  • er versteht, was Sie möchten
  • es sich für ihn lohnt
  • es niemals mit unangenehmen Einwirkungen (z.B. Meckern…) verknüpft werden kann

Suchen Sie nicht nach dem Haar in der Suppe. Suchen Sie nach Verhalten, die Sie toll finden und üben und bestärken Sie es. Das macht viel mehr Spaß – Ihnen und vor allem auch Ihrem Hund!

 

7 Antworten

  1. avatar ellen sagt:

    Das ist ein guter Beitrag. Ich finde auch: Immer schön freundlich und alles läuft (fast) von allein 🙂
    Ich hab aber Probleme mit der Aussage, dass Hunde IMMER durch Konditionierung lernen. Das stimmt nicht, Hunde lernen auch durch Ausschlussverfahren oder durch Beobachtung (nach der model-rival-Methode) Bei meinem hab ich beobachtet, dass er Dinge erlebt, sie sich merkt und sich später daran erinnert – genau wie ich (oder besser – ich wüsste da ein Beispiel ;-))

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