Training: Geh‘ auf die Decke

Beitrag 10 von 11 der Artikelserie: Welpen - Positiv Wege weisen
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Bettelnder Welpe am Tisch? Ein wuselndes Monster, das ständig zwischen die Beine läuft?

Welpe „aufräumen“

Dann wird es Zeit fürs Deckentraining! Der Welpe soll also lernen, sich aufs Signalwort „Decke“ auf seine Decke zu legen und dort ruhig zu warten, bis er wieder aufstehen darf.

Die Decke kannst du dann später überallhin mitnehmen und z.B. bei Freundinnen, im Restaurant oder bei der Tierärztin im Wartezimmer auf den Boden legen. Und dein Welpe fühlt sich sofort Zuhause.

Kleine Trainingseinheiten

Der Welpe soll die Decke als einen wunderbaren Ort kennen- und lieben lernen. Deshalb trainiere in kleinen Schritten und nicht zu lang am Stück. Lieber mehrmals am Tag 1 bis 2 Minuten (Küchenwecker stellen!) als einmal 15 Minuten üben.

Die Decke – ein schöner Ort

Auf der Decke sollen ganz grundsätzlich viele schöne Dinge stattfinden: gib deinem Welpen etwas zum Kauen oder sein Lieblingsspielzeug, streichle ihn ruhig usw.

Trainingsschritte

Der Welpe muss also zwei Dinge lernen:

  • auf der Decke liegenzubleiben und
  • zur Decke hinzulaufen.

Beide Verhalten werden erst einmal unabhängig voneinander trainiert.

Foto: Nina Folle

Foto: Nina Folle  

Auf der Decke liegen bleiben

Setze dich neben die Decke und warte, dass der Welpe sich hinlegt. Wenn er liegt, gibt es C & B (Click & Belohnung). Die Belohnung bekommt der Welpe immer auf der Decke und im Liegen.

Steht der Welpe nach dem Click auf (was er ja prinzipiell darf, denn der Click beendet das Verhalten), dann fütterst du ihn mit dem bereits verdienten Leckerchen wieder ins Liegen.

Du wirst sehen, es dauert gar nicht lange, bis der Welpe das verstanden hast. Jetzt wartest du etwas länger, bis du clickst (Zeitfenster ausbauen). D.h. jetzt kommt der Click nicht mehr sofort, sondern erst nach 1 Sekunde, 2 Sekunden, 3 Sekunden usw.

Bleibt der Welpe ca. 2 Minuten ruhig auf der Decke liegen, kannst du zum nächsten Schritt übergehen.

Distanz aufbauen

Jetzt baust du langsam Distanz zur Decke auf, d.h. du entfernst dich schrittweise von der Decke. Bleibt der Welpe ruhig liegen, dann clickst du und fütterst ihn auf der Decke.

Bei jedem Schritt, den du dich weiter von der Decke entfernst, fängst du zeitlich wieder bei Null an.

Ist die Übung beendet, d.h. wenn der Welpe die Decke verlassen darf, dann gib ein Auflösesignal, ich sage z.B. Aufstehen und werfe ein Futter von der Decke weg, dass sich der Welpe dann holen kann.

Target Decke

Jetzt kannst du die Decke als Target aufbauen. Ziel ist es, dass der Welpe auf die Decke geht und sich dort hinlegt.

Stell dich vor die Decke und schaue sie an. Die Schritte, die geclickt werden sind:

  • anschauen der Decke
  • zur Decke laufen
  • auf die Decke draufstehen
  • Distanz aufbauen, d.h. den Welpen aus größerer Entfernung zur Decke schicken

Signalwort

Wenn du beim Training so weit bist, dass du 5 Schritte von der Decke entfernt stehst und der Hund sicher zur Decke läuft und sich dort hinlegt, kannst du das Signalwort „Decke“ einführen.

Du sagst es anfangs während der Hund zur Decke läuft und nach einigen Übungseinheiten bevor der Hund zur Decke läuft.

Foto: Sylvia Steinert

Foto: Sylvia Steinert  

Verhalten zusammenführen

Hat der Welpe beide Verhalten gelernt, dann können sie zusammengeführt werden. D.h. jetzt soll der Hund zur Decke laufen und dort liegen bleiben. Viele Hunde bieten dieses Verhalten bereits während der Target-Übung an – umso besser.

Alles kann, nichts muss

Die Trainingsanleitung ist eine Möglichkeit das Liegenbleiben auf der Decke zu üben. Du könntest auch zuerst mit der Decke als Target beginnen. Wie die beiden Verhalten kombiniert werden, solltest du von deinem Welpen abhängig machen.

Schau einfach genau hin, welches Verhalten er dir anbietet und nutze es. Dann wird es gar nicht lange dauern, bis der Welpe in Ruhe auf der Decke liegen bleibt

Download der Übung

Hier kannst du die Übung als DIN A5 – Karteikarte runterladen.

 

8 Antworten

  1. avatar Antje sagt:

    Das mit der Decke ging bei uns so schnell, dass es sich wirklich lohnt, von Anfang an auf richtiges Timing und hohe Belohnungsrate zu achten.

    Ben, mittlerweile ein 8 monatiger Jungspund, geht automatisch auf seinen Platz, wenn wir in die Küche gehen. Und er hat das so gut generalisiert, dass er jedes Handtuch oder kleineren Teppich als Decke wahrnimmt und auf Signal dorthin geht.

    • Das ist super. Kannst du mir da vielleicht mal Bilder schicken?

      • avatar Antje sagt:

        Wenn ich mal dran denke, gerne.

        Heute war es besonders krass: Hund zerfetzte gerade im WoZi alte Zeitungen (war erlaubt), als ich begonnen habe, die Spülmaschine einzuräumen. Es dauerte zwei Teller, da saß er auf seiner Decke in der Küche… Er weiß genu, wann er Kekse abstauben kann.

        Er kennt also wenigstens zwei Signale für “Geh auf deine Decke” ;-)

  2. avatar Elke sagt:

    Das mit der Decke hatte der Welpe, jetzt Junghund ganz flott kapiert. Nur mit dem Liegenbleiben haben wir so unser Problem. Denn er käme im Leben nicht auf die Idee sich freiwillig auf eine Decke oder ein Kissen zu legen und dort zu schlafen/entspannen. Er ist einer von den Hunden, die den blanken Fußboden vorziehen.

    Von daher ist die Decke für ihn ein Arbeitsgerät – kein Aufenthaltsort.

    Ich grübele schon sehr lange über eine Lösung, wie ich ihm einen Platz definieren kann, an dem er sich auch wohlfühlt.

  3. Ich würde einen Platz, an dem der Hund gerne liegt, mit Tesaband o.ä. markieren. D.h. ein Rechteck mit dem Band auf den Boden kleben.

    • avatar Elke sagt:

      Dem Klebeband gäbe ich max. 5 Minuten, dann wäre es nicht mehr auf dem Boden sondern wahlweise auf dem Hund oder in seinem Magen. Wir haben in der ganzen Wohnung Teppich – da klebt es sich nicht sehr stabil drauf und etwas zum knibbeln fände Herr Hund ganz toll.

      • avatar Antje sagt:

        Könnte man vielleicht auch mit Duft einen Ybereich abgrenzen? Oder mit Schneiderkreide, die auch wieder aus dem Teppich ‘rausgeht ohne Flecken zu hinterlassen?

  4. […] ein “Stationierungssignal” ist eine prima Hilfe. Wenn Hund und Katze zuverlässig auf Signal einen bestimmten Ort aufsuchen, z.B. den Hundekorb bzw. …, können Sie sie auf Signal stationieren und wer sitzt oder liegt, kann grad nicht wegrennen bzw […]

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