Was genau ist eigentlich Strafe?

Aktualisiert am 22.09.2014
Beitrag 1 von 6 der Artikelserie: Strafe im Hundetraining
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Was ist eigentlich Strafe? Welche Risiken und Nebenwirkungen hat ihre Anwendung? Welche Regeln müssen eingehalten werden? Gibt es Alternativen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Serie über Strafe in der Hundeerziehung.

Eindeutige Kommunikation unter Hundehaltenden

Ich verwende die Definitionen aus der Lerntheorie. Fachleute haben sich auf diese Begriffsdefinitionen geeinigt, damit man untereinander weiß, wovon man spricht und nicht aneinander vorbei redet. Benutzt man definierte Begriffe richtig,  muss man sich nicht selber welche ausdenken, auch wenn diese vielleicht weniger „böse“ klingen.

Begriffsdefinition

Strafen sind Reize, die das Auftreten eines Verhaltens reduzieren. Ob etwas als Strafe wirkt, kann man erst sagen, wenn sich das Verhalten in der Folgezeit tatsächlich reduziert – also erst im Nachhinein.

Man unterscheidet zwischen positiver Strafe und negativer Strafe. Positiv bedeutet, dass man etwas hinzufügt (positiv = + ). Negativ heißt, dass man etwas entfernt (negativ = -). Die beiden Begriffe haben nicht die Bedeutung „schön“ bzw. „doof“.

Positive Strafe

Die positive Strafe wird auch beängstigende oder schmerzende Strafe genannt, weil etwas für den Hund Unangenehmes oder Beängstigendes als Konsequenz hinzugefügt wird, um das Verhalten zu reduzieren.

Beispiel

Der Hund bellt, der Mensch schüttelt eine Dose mit Steinchen: der Hund erschreckt sich und  hört auf zu bellen.

Negative Strafe

Negative Strafe wird auch frustrierende Strafe genannt, weil etwas für den Hund wünschenswertes entfernt oder vorenthalten wird.

Beispiel

Der Hund springt den Menschen an, der Mensch dreht sich um und geht weg: Der Hund hört mit dem Anspringen auf .

Wirkt es?

Sowohl für negative als auch für positive Strafe gilt: Nur wenn das Verhalten später tatsächlich weniger wird, haben diese Methoden funktioniert. Müssen diese Maßnahmen weiterhin wiederholt werden, handelt es sich um keine effektive Strafe!

 

9 Antworten

    • avatar Muriel sagt:

      wichtig wäre wohl noch zu sagen, dass die Strafe IMMER erst NACH dem Verhalten hinzugefügt wird und insofern nur bedingt überhaupt auf das Verhalten an sich Einfluss nehmen kann.
      Eine Strafe ist dann effektiv, wenn die Erinnerung an die letzte Strafe so wirksam ist, dass sie zukünftiges „strafwürdiges“ Verhalten verhindert.

  1. avatar Inga sagt:

    Mehr http://markertraining.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif!!!! Wo bleibt der Rest?

  2. Mir läuft es kalt den Rücken herunter, wenn ich in der heutigen Zeit immer noch lesen muss, das von effektiven Ergebnissen die Rede ist, wenn man eine Strafe, ob nun positiv oder negativ hinzufügen muss um einem Hund ein aus unserer Sicht richtiges Verhalten beizubringen…

    Strafe impliziert das Verständnis des Hundes etwas falsch gemacht zu haben…..der Hund macht keine Fehler, er ist ein triebgesteuertes Raubtier….keinem anderen Raubtier auf der Welt würde man wohl unterstellen wollen Fehler zu machen….der Mensch ist jener, welchem man eine runterhauen müsste….

    Das Ergebnis von Strafe: Einen ins Meideverhalten gebrachten Hund, der aus Angst vor Strafe sein Verhalten verändert, ein mehr als zweifelhafter Erfolg.

    • avatar Tanja sagt:

      Bei der substraktiven Strafe liegst du hier aber eindeutig falsch. Wenn ich dem Hund meine Aufermksamkeit entziehe, wenn er bei der Haustürklingel bellt, unterstelle ich ihm nicht, dass er weiß, dass dies „falsch“ ist. Ich entferne lediglich seinen „Anreiz“ zu bellen.

    • avatar Ela sagt:

      Der Begriff „Strafe“ oder Bestrafung wird auch noch aktuell von Wissenschaftlern verwendet und hat nichts mit der Absicht oder Einsicht in eine Handlung zu tun sondern meint lediglich, daß ein Verhalten (unerwünschtes beispielsweise) auf eine Reaktion (=Strafe) seltener gezeigt wird. Aber meinetwegen: dann nennen wir das besser Korrektur oder Unterbrechung.

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