Welpen wachsen mit Liebe und Vertrauen

Aktualisiert am 06.01.2014
Beitrag 1 von 12 der Artikelserie: Welpen - Positiv Wege weisen
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Es ist wunderschön, wenn ein Welpe einzieht. Für den Welpen ist es wichtig, geliebt zu werden und Vertrauen in sich selbst und seine Umwelt zu lernen.

Lachende Welpen

Erwartungen

Oft werden riesige Erwartungen an einen Welpen gestellt.

Da wird ein künftiger Therapiehund gewünscht oder vielleicht ein Hund, der im Sport alle Rekorde bricht.

Und auch, wenn das neue Familienmitglied „nur“ ein Familienhund ist, möchten viele HundehalterInnen, dass sich ihr putziger Welpe zu einem dieser pfiffigen Fernsehhunde entwickelt.

Verschulter Alltag?

Aber muss tatsächlich ab Tag 1 ein Schulprogramm abgearbeitet werden, wie es die Titel von diversen Welpenbüchern nahelegen? Da gibt es die Hundegrundschule, den Grundschulplan, den 8-Wochen-Trainingsplan, die Hundeerziehung mit System usw.

Alle diese Bücher kommen mit einem Trainingsprogramm, das dann in wenigen Wochen durchgearbeitet werden soll. Nur ein Buch hebt sich da wohltuend ab: Fit for Life. Was Welpen wirklich lernen müssen.

Viel Neues lernen

Der Gedanke hinter diesen Büchern ist natürlich völlig in Ordnung: die Kleinen sollen in einer Zeit, in der sie für neue Eindrücke offen sind, möglichst viel kennenlernen. Alles, was ein Hund bis zur ca. 16. Woche lernt, macht ihm später keine oder nur wenig Angst.

Schule hat aber in unserer Vorstellung auch immer etwas mit Lehrplänen und Leistung zu tun. Die Buchtitel (und auch viele Hundeschulen bauen ihre Kurse nach solchen „Lehrplänen“ auf) rufen beim Menschen dann genau dieses Bild hervor: der Welpe soll in einer vorgegebenen Zeit ein bestimmtes Verhalten gelernt haben. So sollte es aber nicht sein!

Die Welt spielerisch verstehen

Unsere Kinder gehen doch auch nicht von Tag 1 an in die Schule. Sie lernen erst sitzen, dann krabbeln und beginnen schließlich zu laufen – sie lernen die Welt spielerisch kennen und verstehen. Wir unterstützen sie dabei, Vertrauen in sich und in ihre Umwelt zu entwickeln und erst einige Jahre später kommen sie in den Kindergarten und schließlich in die Schule.

Und mal ehrlich, so toll fanden die meisten von uns die Schule doch nicht, oder? Lernen hat oft von dem Punkt an keinen Spaß mehr gemacht, als wir in „Lehrpläne“ reingepresst, gleichgeschaltet wurden.

Spannend: Wasser

Hundekind sein (dürfen)

Natürlich sollen Welpen etwas lernen, die Welt kennenlernen. Aber zuallererst sollen sie Welpen, Hundekinder sein und sich Schritt für Schritt ihren Lebensraum erobern, ohne ein volles Programm, das abgearbeitet werden muss.

Liebe, Vertrauen und Bindung

Wie beim Kind auch ist es für den Welpen wichtig, geliebt zu werden und Vertrauen zu lernen, Selbstvertrauen und Vertrauen in seine Umwelt. Und aus diesem Vertrauen entsteht dann ganz selbstverständlich die viel beschworene Bindung.

In den nächsten Wochen möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie und Ihr Welpe mit Wegweisend Positiver Verstärkung gemeinsam die Welt erobern.

 

9 Antworten

  1. avatar Simone sagt:

    Schöner Artikel-ich sehe das auch so und handhabe das auch mit unseren Welpen so. Lernen und neue Dinge kennenlernen-ja, aber alles zu seiner Zeit und mit Ruhe und ohne Erwartungsdruck. Dann klappt das auch und man bekommt einen neugierigen, offenen, lebenstüchtigen Hund, der Spaß am Leben hat.

  2. Genau so sehe ich das auch. Ich hatte schon KundInnen, die beim ersten Treffen völlig verzweifelt sagten: „Ich dachte, es macht Spaß, einen Hund zu haben.“

    Sie waren völlig überfordert und glücklich, als sie merkten, dass sie den Welpen auch einfach nur genießen können.

  3. avatar Dagmar Milde sagt:

    Ich schlage vor, der Welpe darf fröhlich die Welt erkunden und in der Zeit werden die Hundehalter in die Schule geschickt.ohne Hund !

    Damit sie einfach lernen, wie ein Hund aussieht, wenn er Angst hat und wie sie ihn dann schützen können..(wenn sie z.B. das „Pflichtprogramm“Bahnhof,Tram,Marktplatz etc“ abarbeiten).

    Damit sie lernen, dass es unhöflich ist, wenn der eigene Hund mit jedem anderen Hund spielen darf ( es gibt ja auch Hunde, die wollen oder können das nicht und dann brauchen deren Halter nicht stundenlange Diskussionen führen) und dass man“ Freiheit“ als Ressource verwalten und zur positiven Verstärkung einsetzen kann.

    Damit sie lernen, wie man richtig spielt

    Damit sie lernen, wie und wann man ein Abbruchsignal einsetzen sollte

    Damit sie lernen ein konditioniertes Entspannungssignal zu konditionieren

    damit sie lernen….etc,etc etc

    Wenn sie das alles gelernt haben, dann wird der Welpe ein fröhlicher und höflicher Junghund, kann sein Leben geniessen und hat Vertrauen zu seinen Leuten

  4. […] Bodein: Welpen wachsen mit Liebe und Vertrauen Angelika Bodein: Clicker und Vertrauen Angelika Bodein: Falsche Ratschläge Angelika Bodein: Ein […]

  5. avatar Uli sagt:

    Vielen Dank für die tolle Website.
    Nachdem unsere Hündin im Herbst unerwartet gestorben ist, bekommen wir Ende April einen Welpen. Ich habe schon mit Markertraining gearbeitet und will das natürlich wieder tun!
    Wann soll man denn das Markersignal aufbauen? Gleich am ersten Tag? Oder erst ein paar Tage eingewöhnen lassen?
    Blöde Frage vielleicht.. ich habe auch Angst, daß ich tatsächlich vergesse, den Welpen zu genießen, im Bedürfnis alles richtig zu machen. Bei den Kindern habe ich ja auch Vertrauen, daß alles gut wird.

    • Du könntest den Marker schon bei deinen Besuchen bei der Züchterin aufbauen.

      Und du hast völlig Recht: genieße die Welpenzeit und habe Spaß. Das ist das Wichtigste.

      Liebe Grüße – Geli

  6. avatar Simone sagt:

    Ich weiß noch wie der erste Welpe bei uns eingezogen ist-entspannt ist definitiv anders.
    Mit jedem neuen Welpen der bei uns aufgewachsen ist, wurde ich immer entspannter. Interessant ist-das sie genauso schnell sauber waren, gut hören, sehr freundlich zu Mensch und Hund sind und viel Spaß an jeglicher Beschäftigung mit uns Menschen haben-was will man mehr??

  7. Wie unschön hier mein Buch abgetan wird- hat die Autorin es überhaupt gelesen?! Bin etwas enttäuscht, für mich hat das schlechtmachen von allerlei Dingen immer einen fahden Beigeschmack.
    Vielleicht sollte hier doch etwas mehr „Struktur“ in den „journalistischen Beiträgen“ herrschen?
    beste Grüße, der „Welpen Drill Instruktor“ 😉

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