Beitrag 3 von 4 der Artikelserie: Was mache ich denn, wenn
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Um das ungewünschte Anspringen abzugewöhnen, musst du besonderen Wert auf das Management (Anspringen verhindern) und die Bedürfnisse des Hundes (Begrüßung und Kontakt ermöglichen) legen.

Die 5 Säulen beim „alle Viere auf dem Boden“-Training

  • Warum springen Hunde Menschen an
  • Anspringen verhindern
  • Anspringen unterbrechen
  • Alle Viere auf dem Boden üben und einsetzen
  • Bedürfnisse des Hundes befriedigen

Warum springen Hunde Menschen an?

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:FBI_agent_with_police_dog.jpg Eigentlich ist es ja nett gemeint, der Hund möchte „Hallo“ sagen, meistens ist das Anspringen also ein typisch hundliches Begrüßungsverhalten.

Manche Hunde springen aber auch am Menschen hoch, weil sie Stress haben und zu aufgeregt sind. Um Stress zu bewältigen, haben Hunde vier Mechanismen – die 4 Fs (fight, flight, freeze, fiddle) ins „Fiddlen“ fallen. Fallen sie bei der Begrüßung fallen sie ins Fiddlen,  „kaspern“ sie herum, was häufig mit fröhlichem Spielverhalten verwechselt wird.

Anspringen verhindern

Das Anspringen von anderen Personen kannst du leicht verhindern. Du leinst den Hund an und hältst ihn außerhalb des „Abspringradius“. Das ist der Abstand, in dem der Hund noch nicht zum Anspringen ansetzt! In diesem Bereich kannst du noch das gewünschte Verhalten (Alle Viere auf dem Boden) belohnen. Also: Distanzier dich!

Manche Hunde springen Menschen nicht an, wenn sie etwas im Maul haben. Reich‘ ihm einfach (bevor er losspringen will) ein „Nucki“ – wie Maria Hense das nennt. Fast immer verhindert auch „Leckerchen auf den Boden streuseln“ das Anspringen.

Bei diesen „Verhinderungsmethoden“ hast du viele Gelegenheiten, „Alle Viere auf dem Boden“ zu belohnen.

Anspringen unterbrechen

Anspringen zu unterbrechen ist sehr schwierig, weil das Verhalten sehr schnell beginnt und fertig ist. Sind die Vorderbeine in der Luft, gilt das als angesprungen! Clicke in das Verhalten rein und riesele dann die Leckerchen auf den Boden. Noch während der Hund die Nase unten hat, wieder clicken und streuseln.
Wenn der Hund schon ein Alternativverhalten in dieser hohen Erregungslage beherrscht, zB. Sitz, kannst du das natürlich einsetzen.

Alle Viere auf dem Boden üben und einsetzen

Sitzen als Alternativverhalten „Sitzen“ als Alternativverhalten ist prima. Aber das braucht einige Übung, damit es in aufregenden Begrüßungssituationen klappt. Solange das noch nicht richtig funktioniert, kannst du „alle Viere auf dem Boden“ markieren und belohnen und langsam zum Sitzen hinshapen.

Ich finde diesen Zwischenschritt wichtig, weil der Hund so ein für ihn leichteres Alternativverhalten zum „Sitzen“ lernt. Ist er für „Sitzen“ zu aufgeregt, klappt dann wenigstens „stehen“.

Parallel arbeitest du weiter an „Sitzen auf Signal“ und bestärkst auch oft, wenn dein Hund dir von sich aus sitzen anbietet. Irgendwann klappt das dann auch in Begrüßungssituationen.

Auch das „Nucki tragen“ läßt sich shapen. Zunächst gibst du dem Hund das Spielzeug. Lege/halte es so bereit, dass du es ihm bei Begrüßungssituationen sofort geben kannst. Am Besten so, dass er auch selber dran kommt. Denn die meisten fangen irgendwann an, sich ihren Nucki selber zu holen.

Es hilft den Hunden, wenn sich ihm Personen nicht frontal nähern. Deshalb sollten deine menschlichen Trainingspartner zunächst

  • Langsamer gehen
  • im Bogen annähern
  • im letzten Schritt seitlich abdrehen
  • in größerem Abstand stehen bleiben

Dann baust du diese Hilfen schrittweise ab, wobei du immer nur einen einzeln Punkt veränderst (also entweder schneller gehen, oder frontaler stehen bleiben, oder dichter heran gehen). 

Bedürfnisse des Hundes befriedigen

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Licking_dog.jpg Der Hund möchte Kontakt aufnehmen. Deshalb ist das Ignorieren des Hundes beim Heimkommen keine gute Idee und reicht sowieso meistens nicht.Vermeide diesen Stress, indem du ein Alternativverhalten abfragst oder eine der vorgeschlagenen „Verhinderungsmethode“ einsetzt und begrüße deinen Hund.

Lobe ihn verbal und versuche auch, ihn anzufassen (wenn er das mag!) – das baut den Stress gemäß einer Studie am besten ab. Setze dich dazu auf den Boden (bei kleinen Hunden) oder auf einen Stuhl und versuche es mit ruhigem, langsamem, recht festem Abstreichen. Dabei wird nämlich das beruhigend wirkende Hormon Oxytozin ausgeschüttet.

Hast du einen „Fiddel“-Hund, der anspringt, weil er eigentlich mehr Abstand (zu Passanten) möchte, geh‘ mit ihm einen kleinen Bogen oder lass ihn auf die dem Passanten abgewandte Seite wechseln.

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