Trainingsfrust

Aktualisiert am 26.01.2013
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Ich las heute in einer Tierzeitschrift über die Motivation und den schnellen Frust der Menschen beim Training mit dem Hund – und hing noch ein wenig meinen Gedanken nach…

Woran liegt es, dass viele Menschen anscheinend das Training mit dem Hund als frustrierend erleben?

Leben ist Training

Nun – ich finde, oft ist es diese Trennung von Training und Leben, die Frust und Stagnation vorprogrammiert. Häufig sieht es so aus: Es ist jetzt Training – und man ist konsequent, aufmerksam und zugewandt – und nachher ist kein Training und man ist inkonsequent, richtet die Aufmerksamkeit voll auf Anderes und beachtet den Hund nicht mehr oder nimmt sein Verhalten jetzt nicht wichtig.

Training mit dem Hund ist Leben mit dem Hund: immer und zeitgleich.  Selbst die Pausen und Schlafenszeiten sind Training, nämlich Entspannungsübungen für alle Beteiligten.

Man lernt und lebt zusammen mit dem Hund.

Besser ein Tamagotchi?

Manche Leute möchten einen Hund, den man, wenn man Zeit hat, hervorholt. Der einen aber nicht stört oder ablenkt, wenn man gerade keine Zeit hat. Sie fragen nicht danach, was der Hund wann und wie will.

Da kam mir der Gedanke, dass das früher mal so bekannte Tamagotchi für solche Leute sicher besser wäre als ein lebendiger Hund.

Aber – hm – das war doch da ganz anders! Das kleine Gerät musste versorgt, umsorgt, gehegt und gepflegt werden – und zwar nach den Zeiten des Tamagotchis…  Aber komisch – selten sagte damals jemand: „Das blöde Ding! Das werf ich weg, das stört mich zu sehr!“

Verantwortung übernehmen

Damals fand ich dieses Spielzeug doof und konnte auch dem Argument nicht folgen, man könne daran üben, für ein Tier verantwortlich zu sein. Aber heute sehe ich das plötzlich ein bisschen anders:

Konnte man selbst nicht für das Dingelchen da sein, übertrug man die Verantwortung einem anderen. Klappte etwas nicht,  war man selbst oder der andere schuld. Nie das Tamagotchi. Man suchte die Schuld bei sich, nicht beim Gerät.

Klappt aber beim Hund etwas nicht,  ist es doch meist der Hund, der nichts kapiert, der zu dumm, zu schwierig oder absolut unerziehbar ist. Hier sucht selten jemand mal den Fehler bei sich und sagt: „Ich habe nicht zum richtigen Zeitpunkt reagiert, war abgelenkt, habe zu spät eingegriffen“, usw.

Diese Einstellung, die Verantwortung für das Wohlbefinden und die Entwicklung des Schutzbefohlenen selbst zu übernehmen und nicht ihm die Schuld zuzuschieben, die hätte man lernen können. Die würde ich mir für so manchen Hund wünschen, der nicht so „funktioniert“, wie seine Menschen es sich vorgestellt hatten.

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